Zur ARD? Nein, danke!

"Ich will den Kollegen keine Ratschläge erteilen." Der RTL-Journalist Peter Kloeppel spricht im Interview mit der Abendzeitung über Erfolg, die Konkurrenz und abtrünnige Kollegen.
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Seit 16 Jahren präsentiert er die Nachrichten: Peter Kloeppel.
az Seit 16 Jahren präsentiert er die Nachrichten: Peter Kloeppel.

"Ich will den Kollegen keine Ratschläge erteilen." Der RTL-Journalist Peter Kloeppel spricht im Interview mit der Abendzeitung über Erfolg, die Konkurrenz und abtrünnige Kollegen.

AZ:Herr Kloeppel, laut einer aktuellen Umfrage sind Sie der beliebteste Nachrichtenmoderator im TV. Das schmeichelt doch, oder?

PETER KLOEPPEL: Natürlich freue ich mich, wenn die Zuschauer nicht nur die Nachrichten gerne sehen, sondern auch den Menschen, der sie präsentiert. Aber die Umfrage ist auch eine Auszeichnung für das Team, ohne das bin ich nämlich gar nichts. Ein Teil des Erfolges kommt sicher daher, dass ich das seit 16 Jahren ununterbrochen mache.

Ein Ergebnis der Umfrage ist auch: Die größte Nachrichtenkompetenz messen die Zuschauer der ARD zu.

Die ARD und ihre Nachrichten gibt es schon seit mehr als 50 Jahren. In diesem langen Zeitraum haben sie sich ihren guten Ruf zu Recht erarbeitet. Wir lassen uns aber nicht abschütteln. Ich denke, dass unser Abstand zu den Öffentlich-Rechtlichen in den nächsten Jahren noch kleiner werden wird.

Gibt es etwas, das die Öffentlich-Rechtlichen von Ihnen lernen könnten?

Ich will den Kollegen keine Ratschläge erteilen. Aber in den vergangenen 20, 25 Jahren hat sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen ja durchaus auch bei den Nachrichten verändert und angepasst. Die Trennlinie zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten halte ich ohnehin für relativ überholt. Die Zuschauer gucken, was sie interessiert.

RTL aktuell“-Zuschauer sind jünger, der Frauenanteil ist höher als bei den anderen.

Bei uns sind alle Altersgruppen dabei. Wir machen allerdings in der Tat moderne Nachrichten für Zuschauer, die jung sind oder jung geblieben sind.

Und wie unterscheiden die sich von der „Tagesschau“?

Wir orientieren uns natürlich an der Relevanz der Nachrichten, achten aber auch auf die Frage: Was interessiert die Zuschauer? Wir haben nichts davon, wenn wir eine ausschließlich politische Nachrichtensendung machen, denn die Politik prägt nicht alleine das Leben der Menschen.

Ihre Krisenreporterin Antonia Rados geht jetzt zum ZDF. Schmerzt das?

Mit ihr verlieren wir eine profilierte Journalistin, die in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit für uns geleistet hat. Da entsteht natürlich eine Lücke. Aber die werden wie schließen können, wahrscheinlich mit Kräften aus unserem eigenen Haus.

Wer wird das sein?

Das kann ich noch nicht verraten.

Haben Sie selbst schon mal mit den Öffentlich-Rechtlichen geliebäugelt?

Nein, ich bin seit 23 Jahren bei RTL, hab mich dort vom Praktikanten bis zum Chefredakteur entwickeln dürfen. Ich habe hier so viele Möglichkeiten, journalistisch zu arbeiten, die hätte ich bei einem öffentlich-rechtlichen Sender so wahrscheinlich niemals bekommen.

Sie wurden mit 33 Jahren Anchorman von RTL. Hatten Sie Routiniers wie Hajo Friedrichs oder Wolf von Lojewski gegenüber da nicht auch schon mal Komplexe?

Ich war in meiner ganzen Karriere immer einer der Jüngsten. Ich war einer der jüngsten Bonner Korrespondenten, der jüngste Bonner Studioleiter und einer der jüngsten USA-Korrespondenten. Als ich 1992 die Moderation von RTL Aktuell übernahm, war mir klar, dass ich einen langen Atem haben muss, wenn ich mich auf Dauer bewähren möchte. Dass ich aber einmal der Dienstälteste von allen bin, konnte ich mir natürlich nicht vorstellen.

Interview: Angelika Kahl

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