Ursula Haeusgen ist tot: "Pionierin in den Weiten der Poesie"

Ursula Haeusgen, die Gründerin und Mäzenin des Lyrik Kabinetts in München, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.
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Ursula Haeusgen zu Lebzeiten im Lyrik Kabinett. (Archivbild)
Ursula Haeusgen zu Lebzeiten im Lyrik Kabinett. (Archivbild) © dpa

München - Sie war Lyrik-Leserin aus Leidenschaft. Sie förderte Dichterinnen und Dichter und ihr Werk. Sie sorgte mit Weitblick dafür, dass ihre Liebe zur Poesie durch die Stiftung Lyrik Kabinett weiterleben kann.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, starb Ursula Haeusgen am 20. Januar 2021 im Alter von 78 Jahren in München. Die Erbin eines Hydraulikunternehmens eröffnete 1989 eine auf Lyrik und Künstlerbücher spezialisierte Buchhandlung in München und begann dort Lesungen zu veranstalten.

Mit Schließung der Buchhandlung gründete sie 1994 einen Verein, setzte die Veranstaltungstätigkeit fort und widmete sich dem Ausbau einer Bibliothek internationaler Lyrik, deren Unterbringung im Münchner Literaturhaus scheiterte. 2003 errichtete Ursula Haeusgen die Stiftung Lyrik Kabinett, die seitdem alle Aktivitäten des Lyrik Kabinetts trägt und deren Vorstandsvorsitzende sie bis zu ihrem Tod war, 2004 entstand auf einem von der Münchner Uni für 66 Jahre verpachteten Grundstück in der Amalienstraße ein neues Bibliotheksgebäude.

Zahlreiche Auszeichnungen für Haeusgen 

Über mehr als drei Jahrzehnte wuchs das Lyrik Kabinett nicht nur mit aktuell rund 65.000 Medien zweitgrößten auf Lyrik spezialisierte Bibliothek Europas heran, sondern entwickelte sich auch zu einem einzigartigen Forum für Menschen, die Lyrik schätzen und sich mit ihr auseinandersetzen, egal aus welcher Perspektive.

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Für ihr Wirken wurde Ursula Haeusgen vielfach ausgezeichnet. Sie war Ehrensenatorin der Ludwig-Maximilians-Universität München. Verliehen wurden ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Bayerische Verdienstorden, die Auszeichnung Pro meritis scientiae et litterarum. Der Münchner Autor Friedrich Ani, der vor wenigen Wochen im Lyrik Kabinett seinen neuen Balladenband vorgestellt hatte, schrieb: "Mit ihr verliert die literarische Welt Münchens ihre bedeutendste Pionierin in den unendlichen Weiten der Poesie. Ich verneige mich vor ihrem Schaffen und ihrer Unbeugsamkeit."

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