Tina Teubner schickt Engel auf die Couch

Mal ist sie frech, laut und taff, mal melancholisch, und man folgt mit Gänsehaut dem Weinen der Säge, die sie im Halbdunkel spielt. Tina Teubner setzt in der Lach- und Schießgesellschaft auf den richtigen Ton im richtigen Moment.
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Mal ist sie frech, laut und taff, mal melancholisch, und man folgt mit Gänsehaut dem Weinen der Säge, die sie im Halbdunkel spielt. Tina Teubner setzt in der Lach- und Schießgesellschaft auf den richtigen Ton im richtigen Moment.

„Ich bewege mich ja gerne, ich vergesse es nur manchmal“, gesteht Tina Teubner und nimmt einen Schluck Rotwein. Wer jetzt denkt, sie sei träge, liegt fehl. Denn auf der Bühne strotzt die Kabarettistin und Chansonette vor Vitalität und ihre vermeintliche Faulheit ist Programm. Ihr spritzig-frischer Abend ist zugleich ein Plädoyer für Genuss, Lebensfreude und Üppigkeit. Von asketischen Gutmenschen hat Teubner genug. Aschfahle Reformhausstammkunden schickt sie in den Knast und „Engel auf die Couch“.

Mal ist sie frech, laut und taff, mal melancholisch, und man folgt mit Gänsehaut dem Weinen der Säge, die sie im Halbdunkel spielt. Sie setzt den richtigen Ton im richtigen Moment, stets pointiert und mit viel Charme. Der katholische Atheist und Virtuose Ben Süverkrüp am Klavier steht darin der protestantischen Sozialdemokratin in nichts nach. „Aus dem Tagebuch meines Mannes“ nennt Teubner ihr Programm, doch vorlesen möchte sie daraus nicht. Sie trägt es lieber in der Jackentasche als Atomwaffe ihrer Ehe: Die Furcht, die Macht - erst dadurch entstünde die richtige Spannung. Ein wahrhaftiger, poetischer und urkomischer Abend (bis Samstag, 20 Uhr).

Viviane Clarin

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