Tanzsommer Innsbruck: Kirschen in Nachbars Garten

Der Tanzsommer Innsbruck lockt mit attraktiven Gastspielen aus aller Welt
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Tanzsommer Innsbruck
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Der Tanzsommer Innsbruck lockt mit attraktiven Gastspielen aus aller Welt

Auch ein Münchner Tanz-Fan sollte gelegentlich über den Tellerrand blicken. Soeben erst haben uns das Staatsballett und Terence Kohler vorgeführt, wie schwierig es ist, eine einfache Geschichte in eine schlüssige Körpersprache umzusetzen.

Beim Tanzsommer Innsbruck gastierte jetzt zur Eröffnung das Ballett Biarritz und zeigte mit zwei Choreografien seines Gründers und Leiters Thierry Malandain, dass es auch anders geht. Mit präzise charakterisierenden Bewegungen präsentierten sich auf der Bühne Akteure, deren Träume und Ängste sich unmittelbar mitteilten.

Malandains „Carmen“-Ballett ist zwar schon 14 Jahre alt, hat aber nichts von seiner Faszination eingebüßt. Dass hier nicht zur bekannten Musik von Bizet getanzt wird, sondern zu Schuberts Quartett „Der Tod und das Mädchen“ in der Streichorchesterfassung von Gustav Mahler, ist eine geradezu hinreißende Pointe. Denn so wird erlebbar, wie theatralisch-dramatisch Schuberts Leidenschaftlichkeit ist – und wie harmlos Bizets Musik bisweilen sein kann.

Auch diesmal wieder gelang es den Organisatoren, abseits des Mainstream Juwelen zu entdecken: neben den Gästen aus Biarritz die kalifornische Truppe „Diavalo“ von Jacques Heim, der in Las Vegas für den Cirque du Soleil die akrobatischen Kunststücke aus dem Hut zaubern durfte. Frédéric Flamand wird mit dem Ballett National de Marseilles sein utopisches Feuerwerk „Metapolis“ präsentieren – im Bühnenbild von Zaha Hadid, die eigentlich Architektin ist – und für die Neugestaltung der Innsbrucker Berg-Isel-Schanze verantwortlich zeichnet.

Aus den USA haben sich die Junioren der Alvin Ailey Dance Company angesagt. „Ailey II“, 1974 gegründet, hat sich wie die New Yorker Konkurrenz von ABT 2 und Taylor 2 zu einer eigenständigen, hochvirtuosen Truppe entwickelt, für die das Beste gerade genug ist. Der Trip nach Innsbruck lohnt sich also – auch um herauszufinden, wie gut die Kirschen in Nachbars Garten schmecken. Volker Boser

Tanzsommer Innsbruck, bis 15. Juli, Info unter Telefon 0043 512 561 561 oder www.tanzsommer.at

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