Suhrkamp-Cheflektor Raimund Fellinger gestorben

Mit 68 jahren starb der Lektor, der mit Größen wie Peter handke oder Uwe Johnson zusammengearbeitet hatte, in Frankfurt am Main. Er war auch Präsident der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft.
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Der Cheflektor des Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger (2012).
Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/dpa Der Cheflektor des Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger (2012).

Berlin - Der Cheflektor des Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger, ist tot. Fellinger, der auch Präsident der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft war, starb am Samstag im Alter von 68 Jahren in Frankfurt am Main, wie der Suhrkamp Verlag am Montag in Berlin mitteilte.

Der Verleger Siegfried Unseld (1924-2002) hatte Fellinger bezeichnet als "den verläßlichsten Lektor, den sich bis zur Selbstaufgabe hingebenden Arbeiter am Text, den Mitdenker der Inhalte der Verlage, den Mann, der sich so bedingungslos für "seine" Autoren einsetzt".

Der in Dillingen/Saar geborene Fellinger war als Lektor und Herausgeber unter anderem für Peter Handke, Thomas Bernhard, Uwe Johnson, Christoph Hein und Peter Sloterdijk zuständig. Daneben betreute er unter anderem die Werke von Christa Wolf, Peter Weiss, Cees Nooteboom und Max Frisch.

Nach seinem Studium der Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft war Fellinger nach Verlagsangaben seit 1979 Lektor bei Suhrkamp, 2006 wurde er dort Cheflektor. Seit 2010 war er zudem Cheflektor des zu Suhrkamp gehörenden Insel Verlags. Fünf Jahre später rückte er als Mitglied in die Geschäftsleitung des Suhrkamp Verlags.

Die Universität Greifswald verlieh Fellinger 2012 die Ehrendoktorwürde für seinen Einsatz für die deutsche Gegenwartsliteratur und -kultur. Nach Universitätsangaben hatte Fellinger als Vorstandsmitglied der Peter Suhrkamp Stiftung die Arbeit des Wolfgang-Koeppen-Archivs intensiv gefördert und Forschungsarbeiten über den aus Greifswald stammenden deutschen Nachkriegsliteraten unterstützt.

Ebenfalls 2012 ernannte ihn der französische Kulturminister zum "Chevalier" im "l’ordre des Arts et des Lettres" für sein Wirken im literarischen Bereich.

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