Stefan Raab führt Halb-Promis und Alt-Profis aufs Glatteis

Beim "Deutschen Eisfußball Pokal" liefern sich Thomas Helmer, Guido Buchwald und Tim Mälzer verbissene Zweikämpfe. Und Bayern gelingt trotz Schorsch Hackl keine Revanche gegen Wolfsburg. Mit der fast schon etablierten Wok-WM kann das Gaga-Event zukünftig wohl nicht konkurrieren.
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So sehen Sieger aus: Stefan Raab mit dem Gewinnerteam des VfB Stuttgart.
dpa So sehen Sieger aus: Stefan Raab mit dem Gewinnerteam des VfB Stuttgart.

Beim "Deutschen Eisfußball Pokal" liefern sich Thomas Helmer, Guido Buchwald und Tim Mälzer verbissene Zweikämpfe. Und Bayern gelingt trotz Schorsch Hackl keine Revanche gegen Wolfsburg. Mit der fast schon etablierten Wok-WM kann das Gaga-Event zukünftig wohl nicht konkurrieren.

Mario Basler zischt nach dem ersten Spiel gleich ein Weißbier - und auch sonst gibt es gestern Abend auf ProSieben einige nostalgische Momente, die Ü30-Fußballfans unweigerlich Tränen der Rührung in die Augen treiben. Kein Wunder, stehen neben Basler doch auch andere Panini-Legenden wie Thomas Helmer, Toni Polster, Yves Eigenrauch und Guido Buchwald auf dem Eis. Dem Eis! Einen Tag vor dem DFB-Pokal lässt der Privatsender den "Deutschen Eisfußball-Pokal" (DEFP) ausspielen.

Dahinter steckt, natürlich, Ex-Metzger und Kampfschwein Stefan Raab, der nach der Wok-WM, die man inzwischen fast zu den etablierten Sportarten zählen darf, die nächste Gaga-Meisterschaft inszeniert. Die Regeln sind dabei so einfach wie durchgeknallt: Zwei mal fünf Menschen spielen Fußball auf einem Eishockeyspielfeld. Aber nicht auf Schlitt-, sondern extra rutschigen Bowlingschuhen!

Keine Technik, keine Taktik, aber zwei gute Moderatoren

Schwerverletzte gibt es keine - trotz verbissen-bizarrer Zweikämpfe zwischen Alt-Profis und Halb-Promis wie Fredi Bobic und Jürgen Milski (Ex-Big-Brother-Insasse). Dafür viele alte Rechnungen, die aber meist nicht beglichen werden: Der HSV (mit Olli Dittrich und Tim Mälzer) und St. Pauli (mit Stefan Kretzschmar und Claudia Pechstein) trennen sich Unentschieden, der FC Bayern (Basler, Andreas Herzog, Thomas Helmer, Schorsch Hackl) und Wolfsburg (Roy Präger, Stefan Schnoor, Thomas Brdaric) ebenfalls.

Ob Eisfußball, das wie Eishockey eben keine typische TV-Sportart ist, sich mittelfristig durchsetzen wird, dürfte nach diesem Abend jedoch eher fraglich sein. Und mit Technik und Taktik hat das Ganze natürlich weniger zu tun als mit "America's Funniest Homevideos" (sah beim 1. FC Köln aber fast wie auf dem Rasen aus).

Dass zwei Millionen Zuschauer dann doch vier Stunden dranbleiben, hat wohl auch mit den beiden Moderatoren zu tun: Frank Buschmann kommentiert die Spiele so leidenschaftlich, als handele es sich um das Champions-League-Finale. Sein Kollege Matthias Opdenhövel sorgt wie schon bei "Schlag den Raab" für lustige Einlagen vom Spielfeldrand, empfängt zum Beispiel den schon zu Bundesligazeiten notorischen Kettenraucher Mario Basler nach dem ersten Match mit den Worten "Mario, jetzt ne Kippe?", und fordert einen "Flitzer" lässig auf, sich doch dann bitte wenigstens auszuziehen. Buschmann: "Die ersten Patienten stürmen die Eisfläche."

Am Ende gewinnt Stuttgart vor St. Pauli, Bayern wird Dritter und schneidet damit besser ab als im DFB-Pokal. Raab, offenbar berauscht von seinem spektakulären Flugkopfballtor: "Nächstes Jahr findet der am Freitag statt und wir am Samstag." Vielleicht könnte man das Eis-Event aber auch an die Bundespräsidentenwahl koppeln. Alle fünf Jahre reicht doch.

Timo Lokoschat

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