Sag zum Abschied leise Brahms

Finale mit Mahler: Philis-Intendant Paul Müller über die letzte Saison unter dem scheidenden Christian Thielemann
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Paul Müller ist der Intendant der Münchner Philharmoniker.
Astrid Ackermann Paul Müller ist der Intendant der Münchner Philharmoniker.

Finale mit Mahler: Philis-Intendant Paul Müller über die letzte Saison unter dem scheidenden Christian Thielemann

Gestern stellte das Orchester der Stadt die kommende Spielzeit vor. Mit ihr verabschiedet sich Generalmusikdirektor Christian Thielemann von München, ehe er im Herbst 2012 zur Staatskapelle Dresden wechselt.

AZ: Herr Müller, wer stellt das Programm zusammen?

PAUL MÜLLER: Die Planung ist von Generalmusikdirektor Christian Thielemann und mir. In den 80 Abo-Konzerten mit 27 Programmen versuchen wir, den Anspruch des Publikums auf eine möglichst große Vielfalt zu erfüllen.

Das klingt nach Gemischtwarenladen.

Unser Programm hat eine klare Fokussierung: Christian Thielemanns Konzerte konzentrieren sich auf Brahms, wir spielen diese Programme auch in Amsterdam, Brüssel, Hamburg, Baden-Baden und Madrid sowie drei Bruckner-Symphonien in Frankfurt. Lieder von Strauss waren ein durchgehendes Thema der letzten Jahre, auch das wird mit Christine Schäfer als Solistin fortgesetzt. Außerdem dirigiert Christian Thielemann ein französisches Programm. Andere Dirigenten dirigieren Russisches, der Komponist Tan Dun setzt einen asiatischen Akzent.

Daneben gibt es einen Mahler-Schwerpunkt zum 150. Geburtstag.

Unser Ehrendirigent Zubin Mehta beginnt mit der Symphonie Nr. 1. Christian Thielemann dirigiert das Adagio aus der Zehnten, Rückert- und Wunderhorn-Lieder sowie die Achte. Sie wurde 1910 mit tausend Mitwirkenden in der Neuen Musikfesthalle auf der Theresienhöhe unter Mahlers Leitung uraufgeführt. Heute stehen dort Loks und Straßenbahnen des Verkehrsmuseums. Andere Konzerte der Reihe werden von hochkarätigen Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Ivan Fischer, Kent Nagano und Juraj Valcuha geleitet.

Warum gibt es Bernsteins Musical „Candide“ konzertant?

Natürlich liegt unser Schwerpunkt bei der deutschen Musik, aber wir möchten Stücke unterschiedlichster Stilrichtungen bringen. Es ergab sich die Chance, mit Kristjan Järvi dieses Musical zu machen. Er ist eine der interessantesten Dirigenten der jüngeren Generation, und da haben wir zugegriffen.

Wie wollen Sie Jüngere erreichen, die an Abos weniger interessiert sind?

Es gibt fast immer noch genügend Karten im Einzelverkauf. Jüngere Menschen wollen mehr Flexibilität. Deshalb haben wir zwei unserer Abo-Reihen von acht auf fünf Konzerte reduziert. Bei den kürzeren Reihen ist die Nachfrage stärker. Die Überschneidung ist in der neuen Form geringer: Wer zwei Abo-Reihen kauft, wird nicht unbedingt zweimal das Gleiche hören.

Wer sind die beiden Unbekannten am Ende der Saison?

Teodor Currentzis gilt als „Wunder von Nowosibirsk“. Er ist Chef der dortigen Oper und dirigiert heuer an Pfingsten „Carmen“ in Baden Baden. Ich habe viel Aufregendes und Gutes von ihm gehört.

Wer ist Lionel Bringuier?

Er war Assistent von Esa-Pekka Salonen beim Los Angeles Philharmonic Orchestra. Er ist ein hochspannender Mann. Für beide gilt: Debüts sollten unter idealen Bedingungen stattfinden. Wenn Dirigenten zum ersten Mal hierher kommen, ist es sehr wichtig, ein Programm zu finden, mit dem alle glücklich sind.

Warum fehlt Lorin Maazel in der Saison 2010/2011?

Wir haben das Programm nicht erst gestern zusammengestellt. Der Vorlauf beträgt bei Dirigenten zwei Jahre.

Und wie ist der Stand der Verhandlungen mit ihm über den von der Stadt anvisierten Vertrag als Chefdirigent für drei Jahre?

Dazu möchte ich derzeit nichts sagen.

Robert Braunmüller

Informationen zu Abos unter Tel. 480 98 – 55 00

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