Reden ist Silber, Singen Gold
Norwegens Hitexport Maria Mena gastierte in der Tonhalle. Dort zeigte sich die 23-Jährige als Interpretin mit großem Mitteilungsdrang
Wenn ein Musiker ab und an ein bisschen den Moderator spielt und etwas zu seinen Liedern erzählt, so schafft das meistens einen kleinen Blick hinter die Persönlichkeit des Protagonisten und eine nicht unangenehme Nähe zu seinen Fans. Wenn allerdings – wie bei Norwegens Hitexport Maria Mena – der moderierte Teil des Abends vor lauter Verliebtheit ins gesprochene Wort und in sich selbst den musikalischen beengt, dann hat das Konzert an sich seinen Zweck schon fast verfehlt. Denn die Magie der Musik kann sich nicht entfalten.
So geschehen beim Auftakt von Maria Menas Deutschlandtournee in der Münchner Tonhalle. Kaum ein Lied, das nicht ausführlich vor- und nach-erklärt wird, kaum eine Ansage ohne Anbiederung an die Fans, die sie, die 23-Jährige, mit „My dear Children“ anspricht. Da freut sich jemand des Lebens, versucht krampfhaft originell und sophisticated zu sein, und genießt den großen Durchbruch, ohne ihn schon verstanden, geschweige denn verarbeitet zu haben.
Dabei könnte Menas melodiöser Poprock ohne weiteres für sich selbst stehen; besonders die Kompositionen aus dem neuen Album „Cause And Effect“ haben durchaus Charme. Kein Erdbeben, keine große Neuerfindung, aber immerhin nette und sympathische Melodien. Manchmal ein bisschen verspielt wie in „I’m In Love", dann wieder bezaubernd naiv wie bei „All This Time“. Und vor allem sehr geschickt arrangiert. Aber eben leider all zu wortgewaltig in die Ecke gequatscht.
Arno Frank Eser
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