„Raymonda“ im Nationaltheater
Das klassische Ballettstück „Raymonda“ hat weltweit Erfolg - doch im Nationaltheater fällt die Wiederaufnahme etwas holprig aus.
Man kann es Ballettchef Ivan Liska nicht verdenken, wenn er Lust verspürt, frühere Erfolge zu wiederholen: mit Ray Barras Version von „Raymonda“ aus dem Jahr 2001 punktete das Bayerische Staatsballett in Kanada (2004), später in Shanghai und erst vor zwei Monaten in Peking. Und das zu Recht: Das Stück mit der Musik von Alexander Glasunov gehört zu den eindrucksvollsten Choreographien, die Marius Petipa einst für St. Petersburg geschaffen hat.
Dass die Wiederaufnahme im Nationaltheater eher holprig ausfiel, war zum einen dem unter Michael Schmidtsdorff überraschend glanzlos und unsicher aufspielenden Staatsorchester anzulasten. Zum anderen aber auch den Tänzern der Hauptpartien, von denen lediglich Daria Sukhorukova überzeugen konnte: Sie stattete die Titelpartie mit hinreißendem Gespür für die wechselnden Stimmungen aus, denen Raymonda in ihrem Zwiespalt, von zwei Männern umworben zu werden, ausgesetzt ist. Das Ende ist dann leider ziemlich trostlos. Es siegt, wie es sich gehört, der langweilige Gute (Marlon Dino), während der animalische Sarazenenfürst (Cyrill Pierre) unter Mithilfe einer mehr oder weniger wohlwollenden Fee (Zuzana Zahradniková) brutal gemeuchelt wird.
V.B.
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