Pop-Art-Künstler Richard Hamilton ist tot

Der britische Pop-Art-Pionier Richard Hamilton ist tot. Der Künstler starb am Dienstagmorgen mit 89 Jahren, wie die Galerie Gagosian, die sein Werk betreut, in London mitteilte.
dpa |
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London - Hamilton galt als einer der Wegbereiter der britischen Pop Art. Vor allem seine Kollagen waren bekannt. Er schuf auch Gemälde und Skulpturen sowie das Cover für das 1968 erschienene "White Album" der Beatles. Er hinterlässt seine Frau Rita und den Sohn Rod.

Zu den berühmtesten Kollagen zählt "Just What Is It That Makes Today's Homes So Different, So Appealing?" (Was ist es nur, was das moderne Zuhause so anders, so anziehend macht?) aus dem Jahr 1956, auf der unter anderem ein Bodybuilder mit großem Lolli zu sehen ist. Ein weiteres Werk ist "Swingeing London" (1968/69), auf dem Rolling-Stone-Star Mick Jagger zu sehen ist, sein Gesicht verdeckend, auf dem Rücksitz eines Polizeiautos, angeblich gerade verhaftet.

Bis wenige Tage vor seinem Tod hat Hamilton an einer großen Retrospektive gearbeitet, die durch Europa und die USA touren soll (London, Madrid, Los Angeles und Philadelphia).

Hamilton, der am 24. Februar 1922 in London zur Welt kam, erhielt viele Auszeichnungen, darunter 2007 den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main. 1988 stand er auf der Shortlist beim Turner Prize. 1993 wurde er auf der Kunstbiennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrt.

"Richard Hamilton war einer der einflussreichsten und markantesten Künstler der Nachkriegszeit", sagte der Direktor der berühmten Londoner Museumsgruppe Tate, Nicholas Serota. Andy Warhol und Joseph Beuys hätten ihn beispielsweise sehr bewundert. Von Hamiltons Galerie hieß es, sein Einfluss auf nachfolgende Künstlergenerationen sei "unermesslich".

Während die US-amerikanischen Pop-Art-Giganten wie Robert Rauschenberg oder Andy Warhol ihre Motive vor allem der Werbung und der Warenwelt entlehnten, gilt das Werk des Briten Hamilton vielen Experten als intellektueller. Sein "Spiel" mit Fotomaterial und das Interesse an neuester Computer-Technik waren ebenso Stilmittel wie der häufige Verzicht auf die herkömmliche Bildperspektive.

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