Pannenfestival im Zweiten

Erst musste das ZDF seine „heute“-Sendung abbrechen, dann funktionierte die Technik im „aktuellen Sportstudio“ nicht
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Hülya Özkan kündigte in der Freitagsausgabe von „heute – in Europa“ vergeblich Beitrag um Beitrag an. Keiner konnte gestartet werden
ZDF 3 Hülya Özkan kündigte in der Freitagsausgabe von „heute – in Europa“ vergeblich Beitrag um Beitrag an. Keiner konnte gestartet werden
Steinbrecher prüfte am Samstag die Geduld der Zuschauer
ZDF 3 Steinbrecher prüfte am Samstag die Geduld der Zuschauer
Die ARD startete mit neuer Kulisse, verlängerter Sendezeit und vor allem pannenfrei in die neue Bundesliga-Saison
WDR/Herby Sachs 3 Die ARD startete mit neuer Kulisse, verlängerter Sendezeit und vor allem pannenfrei in die neue Bundesliga-Saison

Erst musste das ZDF seine „heute“-Sendung abbrechen, dann funktionierte die Technik im „aktuellen Sportstudio“ nicht

Mit dem Zweiten sieht man besser? In den vergangenen Tagen jedenfalls war man geneigt, dem ZDF zu raten, sich einen neuen Werbeslogan auszudenken. Erst gab’s am Freitag bei den Nachrichten so massive Probleme, dass die Sendung „heute – in Europa“ sogar abgebrochen werden musste. Am Samstag dann schaffte es der Sender selbst zwei Stunden nach Abpfiff nicht, das Spiel des FC Bayern zu Beginn des „aktuellen Sportstudio“ den Zuschauern in Bild und Ton zu präsentieren.

Drei Wochen ist es her, dass das ZDF stolz sein neues millionenschweres Nachrichtenstudio eingeweiht hat. Drei Wochen lief in dem virtuellen Studio, das teilweise vollautomatisch gesteuert wird, alles glatt. Doch am Freitagnachmittag wurde die „grüne Hölle“, wie die Moderatoren ihr neues Studio nennen, für „heute“-Sprecherin Hülya Özkan tatsächlich zur Hölle.

Fünf Minuten lief die 16-Uhr-Sendung „heute – in Europa“. Dann kündigte Özkan einen Beitrag über eine konservativ-evangelikare Protestantengemeinde an. Doch der Film konnte nicht eingespielt werden. Danach funktionierten weder der Nachrichtenüberblick aus Europa noch der Film über die dänische Prinzessin Mary. Özkan versuchte zwar über die Pannenserie tapfer hinweg zu lächeln, am Ende aber blieb ihr nur eins: Sie beendete nach sieben Minuten die eigentlich 15 Minuten lange Sendung.

Laut ZDF-Sprecher Walter Kehr soll der Vorfall nichts mit dem neuen Nachrichtenstudio zu tun gehabt haben. „Ein Mitarbeiter hat aus Versehen auf den falschen Knopf gedrückt.“ Er habe den Server während der Sendung versehentlich neu gestartet. Die Beiträge, die nicht mehr als Bänder vorliegen, sondern als digitale Dateien, konnten deshalb nicht mehr abgerufen werden.

Doch dann versagte das ZDF gleich nochmal. Statt mit einem kurzen Programmfüller die Zeit zu überbrücken, startete der Sender seine Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen“ früher – und verärgerte damit jede Menge Fans, die deshalb den Anfang der Folge verpassten. „Das ist eine Missachtung der Zuschauer“, schreibt zum Beispiel Dakota80 im ZDF-Forum. „Macht aber nichts, wir bezahlen ja. Voll daneben!“ Erst nach der Soap überbrückte das ZDF die Lücke mit einem Stück des Boulevardmagazins „Hallo Deutschland“, um die 17-Uhr-„heute“-Ausgabe pünktlich beginnen zu können.

Überbrückung war dann auch am späten Samstagabend bei Michael Steinbrecher angesagt. Der Sportstudio-Mann moderierte nach dem Auftaktbeitrag über Felix Magaths Schalker den Bericht aus Sinsheim vom Schlagerspiel TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern an. Der jedoch blieb aus. „Ich hör’ nichts“, sagte Steinbrecher fragend, „geht’s Ihnen genauso?“ Leider ja. Ausgerechnet. Denn vom neu terminierten Topspiel, das ab sofort samstags ab 18.30 Uhr ausgetragen wird, hatte es zuvor nur Bilder im Pay-TV gegeben. Weshalb Steinbrecher selbst nörgelte: „Das Spiel haben wir exklusiv im Free-TV, dann würden wir’s auch gerne sehen.“

Doch es dauerte bis 22.14 Uhr, ehe Louis van Gaals Bundesliga-Debüt als Bayern-Trainer auf Sendung ging. Davor gab’s Berichte von Dortmund gegen Köln und Hertha gegen Hannover – sowie permanente Entschuldigungen von Steinbrecher. Der Gipfel allerdings war, dass der 43-Jährige bemerkte: „Tut mir leid, aber das ist ja auch ganz aktuell.“ Der Abpfiff war um 20.17 Uhr.

aka, jos

Im Ersten rollt der Ball nicht mal 40 Minuten

Zugegeben: Ich habe mich drauf gefreut – auf die Bundesliga und die Sportschau. Und wurde enttäuscht: Durch die Salami-Taktik der DFL und der Pay-TV-Sender wird der Fußball-Fan in der ARD auf Diät gesetzt. Ganze 39 Minuten und 16 Sekunden lang durfte man fünf Spielberichte aus den Stadien der Ersten Liga verfolgen.

In der restlichen immerhin fast zweistündigen Sendezeit gab’s dann von Delling und den Reportern ein wenig Fußball-Nachhilfe. Seitdem weiß ich, wo sich die Ex-1860-Trainer rumtreiben: Falko Götz in der Dritten, Marco Kurz in der Zweiten Liga. Danke, das wäre nicht nötig gewesen. Wegen der TV-Zwangsgebühr von 17,98 Euro im Monat kann ich mir zusätzlich leider kein Sky oder „Liga total“ leisten. Nur gut, dass mit den GEZ-Gebühren auch Bayern 1 „Heute im Stadion“ bezahlt ist – die Bilder mache ich mir selbst.

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Hülya Özkan kündigte in der Freitagsausgabe von „heute – in Europa“ vergeblich Beitrag um Beitrag an. Keiner konnte gestartet werden
Medien: Pannenfestival im Zweiten - Kultur - Abendzeitung München

Foto: ZDF
Steinbrecher prüfte am Samstag die Geduld der Zuschauer
Medien: Pannenfestival im Zweiten - Kultur - Abendzeitung München

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Die ARD startete mit neuer Kulisse, verlängerter Sendezeit und vor allem pannenfrei in die neue Bundesliga-Saison
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Foto: WDR/Herby Sachs
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