Ohne Ohrwurm in die Zukunft geflattert

Aber von Yes erwarten die Fans in der gut besuchten Tonhalle eh nur eins: Nostalgie
| Arno Frank Eser
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In über vierzig Jahren rollen schon mal ein paar Köpfe. Dafür kommen neue dazu, und also gibt es Yes immer noch. Jetzt halt mit ein paar Fältchen.
In über vierzig Jahren rollen schon mal ein paar Köpfe. Dafür kommen neue dazu, und also gibt es Yes immer noch. Jetzt halt mit ein paar Fältchen.

Niemand hatte erwartet, dass sich die Progrock-Band Yes nach über 40 Jahren Dienst zwischen Studioarbeit und Live-Front, nach unzähligen Umbesetzungen und Wechseln auf dem Produzentenstuhl nun neu erfinden würde. Und mit großen Überraschungen auf dem neuen Album hatte auch keiner gerechnet. Dazu sind die Grenzen des Genres doch zu statisch.

Ein paar Neuerungen gab es in der gut besuchten Tonhalle (Kultfabrik) dennoch zu bestaunen. Zum einen die Rolle des Keyboarders Geoffrey Downes, der ganz anders als sein prominenter Vorgänger Rick Wakeman wohltuende Zurückhaltung übte und darauf verzichtete, sich ständig in den Vordergrund zu dudeln. Natürlich hat auch er seine Soli und Tasten-Purzelbäume auf Lager, andererseits aber auch die Größe, sich über weite Strecken zurücknehmen zu können. Sänger Benoit David, gecastet aus einer Yes-Tribute-Band, trifft fast genau die Stimmlage von Jon Anderson. Daher verzeihen ihm die Fans auch, dass er sich zweimal ganz böse mindestens einen Halbton neben die Spur geträllert hat. So was kann passieren, live ist eben live.

Die neuen Songs sind wesentlich stringenter als die alten, und auch nicht so episch breit angelegt. So zeigt das neue Album „Fly From Here” deulich in die Zukunft, wenngleich sich so etwas ähnliches wie ein Ohrwurm oder gar Hit erst mal nicht ausmachen lässt. Außerdem wollen die Fans sowieso lieber ihre Nostalgie. Mit Hits wie „Roundabout”, „I’m On My Way” und auch „Owner Of A Lonely Heart”, dem einzigen großen Yes-Hit, der damals schon ein Stilbruch war.

Am gefühlvollsten jedoch zeigt sich die Band, wenn sie sich nach einem klassizistischen Gitarrensolo von Steve Howe wieder zusammenfindet, langsam aufbaut und dann abhebt. Und damit das typische Yes-Gefühl entsteht wie vor 40 Jahren bei „Close To The Edge” und „Yessongs”. 

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