Neue Heimatklänge: Kofelgschroa
Das Akkordeon dreht sich schwindlig. Die Helikontuba schubst unermüdlich das Karussell an. Und nach ein paar Umdrehungen spürt man ihn – diesen Sog, der die Musik von Kofelgschroa unverwechselbar anziehend macht. Kofel, wie der Berg, und Gschroa, wie Geschrei – diese Vier sind mit der musikalischen Tradition Oberbayerns aufgewachsen.
Und weil sie Teil ihrer Persönlichkeit ist, können sie intuitiv mit ihr umgehen. Die Frage, was hier Volksmusik und was Pop ist, kann man getrost fallen lassen, weil das Kofelgschroa begonnen hat, sich seine eigene musikalische Welt einzurichten.
Endlich ist ihr überfälliges, von Michi Acher produziertes Debüt-Album beim Münchner Trikont-Label erschienen. Die Oberammergauer schaffen hier nicht nur Hypnose-Rhythmen, sondern geben uns Zeit, ihren Blick auf die Welt zu verstehen: auf trocknende Wäsche, das Radfahren und alle Verrückten da draußen – ganz nebenbei funkelt hier ein feiner Sinn für Witz. Das Mammut auf dem Cover bebildert: diese Band ist keine Mode, sondern von archaischer Eleganz. Und die wird sich durchsetzen.