Was Nils Mönkemeyer und William Youn planen

Was der Bratschist Nils Mönkemeyer und der Pianist William Youn am Chiemsee planen
| Marco Frei
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Niels Mönkemeyer (links) mit William Youn auf der Herreninsel im Chiemsee.
Iréne Zandel Niels Mönkemeyer (links) mit William Youn auf der Herreninsel im Chiemsee.
Was der Bratschist Nils Mönkemeyer und der Pianist William Youn am Chiemsee planen

Sie zählen längst zu den führenden Klassik-Instrumentalisten ihrer Generation. Jetzt leiten der Bratschist Nils Mönkemeyer und der Pianist William Youn ihre eigene Konzert-Reihe
. Hierzu haben die Wahl-Münchner die „InselKonzerte“ übernommen. Von Claudia Trübsbach, langjährige Leiterin der Kulturabteilung der Münchner Volkshochschule 2002 gegründet, bespielt die Reihe jetzt das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift auf der Herreninsel im Chiemsee. Der Startschuss fällt am kommenden Samstag, den 6. April – mit insgesamt sechs Konzerten bis zum 22. September.

AZ: Herr Mönkemeyer, Herr Youn, warum übernehmen Sie beide die „InselKonzerte“?
Nils Mönkemeyer: Wir selbst haben öfters dort konzertiert und waren sofort gefangen. Die Überfahrt mit dem Schiff auf die Herreninsel, der schöne Fußweg zum alten Chorherrenstift und schließlich der schmucke Bibliothekssaal: Das ist eine besondere Atmosphäre, auch sehr intim zumal der Saal nicht viele Plätze zählt. Es ist ein Ort, wo sich Musiker und Publikum sehr nah sind, und die Akustik ist schön. Wir übernehmen die „InselKonzerte“ mit großer Freude und Begeisterung.

Wann und wie haben Sie die Kammer-Reihe kennengelernt?
WILLIAM YOUN: Vor rund zehn Jahren habe ich Claudia Trübsbach getroffen – zufällig, auf einer Schifffahrt nach einem Konzert bei den Herrenchiemsee Festspielen von Enoch zu Guttenberg. Wir kamen ins Gespräch, und schließlich hat sie mich engagiert. Bei den „InselKonzerten“ haben wir, Nils und ich, 2009 auch unser allererstes gemeinsames Konzert als Duo gegeben.

Sollen die „InselKonzerte“ auch ein Konzert-Podium für Sie beide sein?
MÖNKEMEYER: Natürlich geben wir der Reihe ein Gesicht und werden auch immer wieder selbst auftreten. Wir möchten sie aber für uns nutzen, um mehr Konzerte zu geben. Es geht uns darum, Musiker
einzuladen, welche eine besondere Art und Weise des Spiels haben, die wir schön finden. Deshalb hat es uns gereizt, eine Reihe selber zu kuratieren.
YOUN: Wir verstehen uns als Gastgeber. Maximal ein Konzert pro Jahr werden wir beide zusammenspielen, so wie jetzt am 6. April zum Start der Reihe. Sonst aber möchten wir Musiker präsentieren, die wir schätzen – mit Programmen, die wir gut finden.

Und was finden Sie gut?
YOUN: Grundsätzlich denken wir konzeptionell und diskursiv. Wir möchten speziell für ein Programm die jeweiligen Musiker engagieren. Ich bin stolz, dass wir das im ersten Jahr gleich geschafft haben – mit den Cellisten Julian Steckel und Julian Arp, den Geigern Linus Roth, Nina Reddig und Veronika Eberle sowie dem Arcis Saxophon Quartett.
MÖNKEMEYER: Wir möchten zudem Verbindungen zu anderen Künsten schärfen. Deshalb kommt auch der Autor Felix Schmidt – mit dem Pianisten Yorck Kronenberg. Bei den „InselKonzerten“ sehen wir generell viel Raum für Wachstum. Das gesamte Chiemgau ist sehr attraktiv – nicht nur touristisch, sondern auch kunsthistorisch. Diesen Raum möchten wir erschließen.

Mit welchen Orten liebäugeln Sie?
YOUN: Die Fraueninsel ist natürlich traumhaft. Mir gefallen auch die unvollendeten Räume im Ludwig-Schloss Herrenchiemsee sehr gut.
MÖNKEMEYER: Oder auch Orte auf dem Festland: Ich liebe die romanische Kirche Sankt Jakobus in Urschalling mit den wunderschönen Fresken.

Sollen die „InselKonzert“ auch verstärkt ein Schaufenster für das Heute werden?
YOUN: Absolut! Natürlich müssen wir unser Publikum kennen lernen und sie uns. Wir müssen das Vertrauen gewinnen. Ich denke, dass wir das schaffen werden. Da hilft uns auch die Insellage.
In welchem Sinn?
MÖNKEMEYER: Die Leute können nicht einfach wegschwimmen, wenn es ihnen nicht gefällt. Im Ernst: Für die „InselKonzerte“ nimmt man sich bewusst Zeit. Das ist nicht so wie in München, wo die Menschen aus dem Büro in den Gasteig hetzen. Auf die „InselKonzerte“ lässt man sich ganz bewusst ein – allein wegen der Überfahrt mit dem Schiff. Das gibt einem langfristig die Möglichkeit, programmatisch mehr zu wagen.

Woran denken Sie?
YOUN: Natürlich wollen wir nicht überfordern, aber ein Komponisten-Porträt ist möglich. Bei lebenden Komponisten sollte diese Person auch anwesend sind – samt Gespräch. MÖNKEMEYER: Wir haben uns auch überlegt, im Kloster auf der Fraueninsel Meisterkurse durchzuführen – im Rahmen meiner Lehrtätigkeit an der Münchner Musikhochschule. Auch Preview- oder Schnupper-Konzerte in München sind denkbar. Das alles ist Zukunftsmusik, aber möglich. Wir streben grundsätzlich keine Reihe für Geld-Eliten an, sondern möchten erschwinglich bleiben – gerade für Familien.

Karten und Infos: www.insel-konzerte-chiemsee.de
 
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