Warum BTS auf die Grammys 2027 verzichten
BTS treten bei den 69. Grammy Awards nicht an. Wie die südkoreanische Gruppe am Mittwoch mitteilte, wird sie ihre Musik nicht für die Verleihung am 7. Februar 2027 einreichen. RM, Jin, Suga, J-Hope, Jimin, V und Jungkook veröffentlichten dazu eine wortgleiche Erklärung auf ihren jeweiligen Instagram-Accounts.
"Wir haben uns entschieden, in diesem Jahr nichts für die Grammy-Auswahl einzureichen", heißt es darin. "Wir hoffen, dass unsere Musik für das gehört und geliebt werden kann, was sie ist, statt nach Region oder Sprache getrennt zu werden." Und weiter: "Wir danken der Army und allen, die immer zu uns gestanden haben." Army nennt sich die Fangemeinde der Band.
Neue Kategorie für asiatischen Pop
Die Entscheidung fällt gut einen Monat, nachdem die Recording Academy fünf neue Kategorien für 2027 vorgestellt hatte. Eine davon widmet sich erstmals überhaupt asiatischer Popmusik. Bekannt gegeben wurde die Neuerung am 16. Juni.
Auf der offiziellen Grammy-Website heißt es zur Kategorie "Best Asian Pop Music Performance": "Diese Kategorie würdigt künstlerische Exzellenz bei Darbietungen asiatischer Popmusik, die aus asiatischen Märkten stammen oder dort breit anerkannt sind, einschließlich, aber nicht beschränkt auf K-Pop, J-Pop und C-Pop, mit substanziellem Einsatz einer oder mehrerer asiatischer Sprachen. Ausgezeichnet werden die vortragenden Künstlerinnen und Künstler."
Einen ausdrücklichen Zusammenhang zwischen der neuen Kategorie und ihrem Rückzug stellt die Band in ihrem Statement nicht her.
Nominiert ja, gewonnen nie
Ein Grammy fehlt der Gruppe bis heute. Nominierungen gab es unter anderem in den Sparten Best Pop Duo/Group Performance und Best Music Video, gewonnen haben BTS noch keine einzige Trophäe. Stimmberechtigte Mitglieder der Recording Academy sind alle sieben Musiker seit 2019.
Umso größer waren die Erwartungen an die kommende Verleihung. Im März erschien "Arirang", das erste Album nach dem abgeleisteten Militärdienst sämtlicher Mitglieder. Die Platte setzte sich sowohl an die Spitze der wichtigsten Album- als auch der Singlecharts von "Billboard" und löste weltweit ein enormes Echo aus.
Zurück aus dem Militärdienst, hinein in die Stadien
Seit dem Comeback sind BTS mit der "World Tour Arirang" unterwegs. Den Europa-Teil schlossen sie zuletzt in Paris ab. Kurz darauf standen die "Boy With Luv"-Interpreten am 19. Juli beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, auf dem Rasen und spielten in einer elfminütigen Halbzeitshow ihre Single "Dynamite" aus dem Jahr 2020. Die Bühne teilten sie sich mit Madonna, Shakira und Justin Bieber.
In 96 Jahren WM-Geschichte hatte es bei einem Finale zuvor nie eine Halbzeitshow gegeben. BTS liefen in eigens für die Tour angefertigten roten Outfits auf, die jeweils den Namen eines Mitglieds und die Zahl sieben trugen. Am 1. August geht es an gleicher Stelle weiter, dann startet die US-Etappe der Tour.
Warum die Band überhaupt weitermacht
Vier Jahre lagen zwischen der Pause und dem gemeinsamen Neustart, Zeit genug für Zweifel. J-Hope (32) schilderte im April gegenüber dem "Rolling Stone", wie er zu seiner Entscheidung kam: "Mir wurde klar, dass es wahrscheinlich nichts ist, was ich einfach beenden kann, nur weil ich es beenden will. Ich persönlich lasse mich sehr von den Menschen um mich herum beeinflussen, also muss ich darüber nachdenken, ob ich die emotionale Wirkung tragen kann, die meine Entscheidungen auf so viele andere haben."
Am Ende habe er gespürt, "dass es das ist, was ich wirklich will: das Feuer am Brennen zu halten. Es ist die Entscheidung, die am ehesten meinem wahren Ich entspricht".
Für Suga (33) stand die Sache ohnehin nie zur Debatte. "Schon bevor ich zum Militär ging, wusste ich, dass wir wieder zusammenkommen würden", sagte er in seinem "Rolling Stone"-Interview. "Aber ich kann verstehen, dass das aus einer ausländischen Perspektive überraschend wirken mag. Für uns war es einfach offensichtlich, zusammenzubleiben."
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