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Mariss Jansons und das BR-Symphonieorchester mit Beethoven, Weill und Respighi im Herkulessaal
| Robert Braunmüller
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Mariss Jansons als Respighi-Imperator
Peter Meisel/BR Mariss Jansons als Respighi-Imperator

Für ein Orchestergroßwerk mit Orgel, Extra-Trompeten und großem Tam-tam wie „Pini di Roma“ ist der Herkulessaal kaum der akustische Traumort. Anfangs kam es wie erwartet: Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielte Leises zu laut und Lautes nicht laut genug.

Die Ferntrompete ertönte – wenn nicht überhaupt aus dem Orchester – so doch kaum weit genug entfernt, um so träumerisch zu wirken, wie es sich der Komponist vorgestellt haben mag. Insgesamt wurde der Impressionismus dieser musikalischen Ansichtspostkarte allzu handfest verfehlt, auch weil der akustische Schleier eines großen Raumes fehlte.

Der Frosch im Hals

Dann ließ Mariss Jansons den römischen Konsul im Sonnenaufgang am Ende über die Via Appia zum Kapitol marschieren – mit Geschmetter vom Rang und einem allmählich sich von den Stühlen erhebenden Orchester. So, und eigentlich nur so, lässt sich diese so alberne wie faschistoide Musik von 1924 retten: als augenzwinkernde Selbstbeweihräucherung des besten Orchesters der Stadt.

In hartem Schnitt gingen diesem Triumphalismus vier pazifistische Walt-Whitman-Lieder von Kurt Weill voraus. Das Orchester trug den US-Sound mit breitem Pinsel auf. Doch Thomas Hampson gelang es nicht, trotz aller Gestaltungskunst den Frosch in seinem Hals den Kragen umzudrehen.

Das Beste gab’s als Vorspeise: Beethovens Zweite sehr spritzig, flott und mit Sinn für die jähen Brüche dieser Radikalisierung des Haydn-Modells symphonischen Komponierens. Ohne Überspanntheit und Nachbauten alter Blasinstrumente wurde der gleiche Effekt erzielt wie beim historisierenden Ansatz: maximale Spontaneität und Durchhörbarkeit. Davon gerne mehr, je näher uns das Beethoven-Jahr rückt.

Das Konzert in Kürze online auf www.br-klassik.de

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