Interview

"Stars & Rising Stars": Sprungbrett für angehenden Musikerkarrieren

Am 6. Juli beginnt die fünfte Ausgabe des Nachwuchsfestivals "Stars & Rising Stars".
| Michael Bastian Weiß
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Kari Kahl-Wolfsjäger.
Kari Kahl-Wolfsjäger.

München - Ab heute präsentieren sich in sieben Konzerten vielversprechende junge Musikerinnen und Musiker gemeinsam mit etablierten Kolleginnen und Kollegen.

AZ: Frau Kahl-Wolfsjäger, was leistet "Stars & Rising Stars", was bei den anderen Veranstaltern so nicht zu finden ist?
Kari Kahl-Wolfsjäger: Bei unserem Festival stehen die jungen Künstler im Mittelpunkt, die die Möglichkeit erhalten, unter professionellen Bedingungen aufzutreten. Und die Stars, die ja auch einmal klein waren und denen geholfen wurde, geben gleichzeitig etwas zurück an die Nachfolger. Das andere große Anliegen des Festivals ist, junge Besucher anzuziehen. Im letzten Jahr wurde fast ein Drittel der Karten an Besucher unter 29 Jahre verkauft. Die jungen Zuhörer zahlen nach wie vor bloß zehn Euro für die Karte, für die Hörer über 29 Jahre kostet die Karte 35 Euro.

15 junge Musiker stehen auf der Bühne

Das Festival findet ja normalerweise im Mai statt.
Wir hatten heuer keine Wahl als zu verschieben. Im Mai waren ja keine Konzerte erlaubt. Wir wollten aber ausgerechnet das fünfte Festival nicht ausfallen lassen, also haben wir alles auf Juli verschoben, weil damit zu rechnen war, dass dann die Inzidenzzahlen niedrig genug sind. Es haben dann auch alle gleich zugesagt, ohne abzuwarten, ob sich nicht vielleicht noch etwas Lukrativeres bieten würde.

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Im Vergleich zu den letzten Ausgaben von "Stars & Rising Stars" ist das Programm dieses Mal deutlich reduziert.
Mit dem Programm sind wir nicht ganz glücklich. Anders als in den vier Jahren zuvor konnten wir nur 15 junge Musikerinnen und Musiker unterbringen, weil wir aus finanziellen Gründen nur sieben Konzerte veranstalten können. Wegen der Hygienebestimmungen dürfen wir nur einen Bruchteil von den im Schnitt 300, knapp 400 Zuschauern einlassen, die wir sonst haben. Soweit es geht, sind dieses Mal 100 Besucher, draußen 250, angesetzt, auch in der Freiheizhalle werden mehr nicht möglich sein. Das lohnt sich finanziell einfach nicht. Daniel Hope und sein junger Pianist haben letztes Jahr das Programm dreimal hintereinander gespielt, um wenigstens 150 Hörer zu erreichen - was eigentlich unzumutbar ist.

So finanziert sich das Festival

Abgesehen von den Konzerteinnahmen: Aus welchen Mitteln speist sich der Etat?
Einen Teil der Finanzierung erhalten wir durch das Kunstministerium, wofür wir auch sehr dankbar sind. Aber 50 Prozent der Kosten müssen mit privaten Mitteln gedeckt werden: Das sind vor allem die Saalmieten, die Werbung, für die wir nie genug Geld haben, und schließlich sollen die jungen Künstler außer Reise und Unterbringung auch wenigstens eine bescheidene Gage erhalten. Wir haben das Glück, dass die Sponsoren dabei geblieben sind - leider sind es keine Großsponsoren. Aber wir machen das Ganze, um jungen Künstlern, von denen wir denken, dass sie eine Chance haben, Karriere zu machen, zu helfen. Zum Beispiel treten zwei sehr junge Musiker in Form von Preconcerts auf: die 14jährige Pianistin Sonja Uhlmann und der 13jährige Pianist Elias Keller vor dem Konzert von Alban Gerhardt im Odeon (7. Juli, 19 Uhr).

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Wird es außer den Musikerinnen und Musikern, die schon in den vergangenen Jahren bei "Stars & Rising Stars" aufgetreten sind, auch Neuzugänge geben?
Zum ersten Mal dabei ist als etablierter Star die Pianistin Margarita Höhenrieder, die mit dem Geiger Tassilo Probst und dem Violoncellisten Friedrich Thiele spielen wird (8. Juli, 19 Uhr, Schloss Blutenburg). Von den Jungen sind unter anderem neu: die Klarinettisten Claudia Camarasa und Strahinja Pavlovic, zusammen mit ihrer erfahrenen Kollegin Sabine Meyer, die bereits beim ersten Festival teilgenommen hatte (6. Juli, 19 Uhr, Freiheizhalle). Debütieren werden auch die Pianistin Vivien Walser (11. Juli, 11 Uhr, Wilhelmsgymnasium in der Thierschstraße), der Pianist Martin Nöbauer (16. Juli, 19 Uhr, Wilhelmsgymnasium) sowie die beiden Cellisten Friedrich Thiele (8. Juli) und Sebastian Fritsch (16. Juli).

Konzerte im Innenhof von Schloss Blutenburg

Auch ein neuer Ort ist dabei.
Das Schloss Blutenburg, dessen geschlossener Innenhof eine gute Akustik hat. Klaus Maria Brandauer und der Pianist Amadeus Wiesensee werden dort ihr gemeinsames Programm "Faust - Ein gefesselter Prometheus?" spielen. Sollte das Wetter schlecht werden, gibt es dort einen wunderbaren Schlosssaal - dann müssen wir nur irgendwie den Flügel hineinkriegen; und wir müssten Brandauer vermitteln, dass er in diesem Falle dreimal lesen muss. (9. Juli, 19 Uhr).

Das Programm des Festivals auf starsandrisingstars.de, Karten unter 089/54 81 81 81 oder unter www.muenchenticket.de

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