Sommernachtstraum in München: Kritik an Böller-Show wächst
Feuer-Spektakel unter dem Olympiaturm. Auch wenn beim Sommernachtstraum keine großen Namen auf der Musik-Bühne standen, lockte die Pyro-Show 24.000 Zuschauer an. Viele Tausende versuchten von außerhalb, einen Blick auf das abgesperrte Gelände zu erhaschen. Auf den Wegen zum Olympiaberg stauten sich die Massen. Doch auch die Kritik wird lauter. Ist eine Böller-Show noch zeitgemäß?
Nach kurzem Platzregen am Nachmittag setzte sich die Völkerwanderung in Richtung Olympiapark in Bewegung. Die langjährigen Besucher erkannte man schon in der U-Bahn an den Picknickdecken - oder in der Profi-Version mit Hängematte. Ihr Ziel? Der große Hang neben der Schwimmhalle, wo sich die beste Sicht auf das abendliche Spektakel bietet.
Sommernachtstraum in München: Große Headliner fehlen als Zugpferde
Bevor der Himmel in Flammen aufging, gab es für die Massen erst einmal Musikberieselung. Auch wenn die ganz großen Headliner als Zugpferde in diesem Jahr fehlten. Zoe Wees lockte die Fans früh aufs Gelände. Die Hamburgerin, die trotz sommerlicher Temperaturen in dicken Fellstiefeln auf der Bühne stand, hat mit ihrer Debütsingle "Control" mittlerweile die astronomische Marke von zwei Milliarden Streams geknackt und kickte pinkfarbene Luftballons in die Menge. Als Headliner spielte das norwegische Duo Madcon. Bekannt geworden vor 15 Jahren mit "Freaky Like Me". Die beiden Jungs hatten Seifenblasen-Pistolen dabei und passten in die seichte Sommerstimmung.
Die Macher vom spektakulären Feuerwerk setzten dieses Mal deutlich massiver auf moderne Technik und schickten rund 150 Drohnen in den Nachthimmel. Zu den Klängen von Michael Jacksons "Earth Song" zauberten die surrenden Mini-Helfer in 60 Metern Höhe einen leuchtenden Globus in die Dunkelheit oder bauten gleich den Olympiaturm nach.

30 Abschussrampen, verteilt auf kleinen schwimmenden Inseln
Direkt auf dem Olympiasee wartete das klassische Pyro-Handwerk: 30 Abschussrampen, verteilt auf kleinen schwimmenden Inseln, die tagelang in Millimeterarbeit justiert worden waren. Jeder Abschusswinkel musste exakt sitzen. Wind und Wetter flossen in die komplexen Berechnungen der Pyrotechniker ein. Zu Adeles "Skyfall" bauten sich goldene Palmen auf.
Damit dabei nichts schiefging, überließen die Organisatoren nichts dem Zufall. "Wir haben einen eigenen Meteorologen auf dem Gelände", verriet Pressesprecher Tobias Kohler der AZ. "Der bereitet uns das Wetter perfekt auf und hat ganz andere Möglichkeiten als eine normale Wetter-App. Er kann uns auf eine halbe Stunde genau sagen, ob uns eine Wolke streift."
Doch auch die Kritik am großen Geböller wird lauter. Nicht nur Anwohner mit Haustieren fragen sich, ob eine rund 30 Minuten dauernde Show mit Knallern noch zeitgemäß ist. Auch für die Wildtiere im Olympiapark ist die Show eine Belastung. Die Drohnen kamen gut an und vor ein paar Jahren stand auch schon mal eine Lasershow auf dem See. Beides ist fast geräuschlos erlebbar - fast wie in einem Traum.
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