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Sommernachtstraum in München: Kritik an Böller-Show wächst

Sommernachtstraum in München lockt 24.000 Zuschauer. Die Kritik an der Böller-Show wächst allerdings.
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Christoph Streicher
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Zoe Wees beim Sommernachtstraum in München.
Zoe Wees beim Sommernachtstraum in München. © Jens Niering (Jens Niering)

Feuer-Spektakel unter dem Olympiaturm. Auch wenn beim Sommernachtstraum keine großen Namen auf der Musik-Bühne standen, lockte die Pyro-Show 24.000 Zuschauer an. Viele Tausende versuchten von außerhalb, einen Blick auf das abgesperrte Gelände zu erhaschen. Auf den Wegen zum Olympiaberg stauten sich die Massen. Doch auch die Kritik wird lauter. Ist eine Böller-Show noch zeitgemäß?

Nach kurzem Platzregen am Nachmittag setzte sich die Völkerwanderung in Richtung Olympiapark in Bewegung. Die langjährigen Besucher erkannte man schon in der U-Bahn an den Picknickdecken - oder in der Profi-Version mit Hängematte. Ihr Ziel? Der große Hang neben der Schwimmhalle, wo sich die beste Sicht auf das abendliche Spektakel bietet. 

Sommernachtstraum in München: Große Headliner fehlen als Zugpferde

Bevor der Himmel in Flammen aufging, gab es für die Massen erst einmal Musikberieselung. Auch wenn die ganz großen Headliner als Zugpferde in diesem Jahr fehlten. Zoe Wees lockte die Fans früh aufs Gelände. Die Hamburgerin, die trotz sommerlicher Temperaturen in dicken Fellstiefeln auf der Bühne stand, hat mit ihrer Debütsingle "Control" mittlerweile die astronomische Marke von zwei Milliarden Streams geknackt und kickte pinkfarbene Luftballons in die Menge. Als Headliner spielte das norwegische Duo Madcon. Bekannt geworden vor 15 Jahren mit "Freaky Like Me". Die beiden Jungs hatten Seifenblasen-Pistolen dabei und passten in die seichte Sommerstimmung.

Die Macher vom spektakulären Feuerwerk setzten dieses Mal deutlich massiver auf moderne Technik und schickten rund 150 Drohnen in den Nachthimmel. Zu den Klängen von Michael Jacksons "Earth Song" zauberten die surrenden Mini-Helfer in 60 Metern Höhe einen leuchtenden Globus in die Dunkelheit oder bauten gleich den Olympiaturm nach.

Fans jubeln Zoe Wees zu.
Fans jubeln Zoe Wees zu. © Jens Niering (Jens Niering)

 30 Abschussrampen, verteilt auf kleinen schwimmenden Inseln

Direkt auf dem Olympiasee wartete das klassische Pyro-Handwerk: 30 Abschussrampen, verteilt auf kleinen schwimmenden Inseln, die tagelang in Millimeterarbeit justiert worden waren. Jeder Abschusswinkel musste exakt sitzen. Wind und Wetter flossen in die komplexen Berechnungen der Pyrotechniker ein. Zu Adeles "Skyfall" bauten sich goldene Palmen auf. 

Damit dabei nichts schiefging, überließen die Organisatoren nichts dem Zufall. "Wir haben einen eigenen Meteorologen auf dem Gelände", verriet Pressesprecher Tobias Kohler der AZ. "Der bereitet uns das Wetter perfekt auf und hat ganz andere Möglichkeiten als eine normale Wetter-App. Er kann uns auf eine halbe Stunde genau sagen, ob uns eine Wolke streift." 

Doch auch die Kritik am großen Geböller wird lauter. Nicht nur Anwohner mit Haustieren fragen sich, ob eine rund 30 Minuten dauernde Show mit Knallern noch zeitgemäß ist. Auch für die Wildtiere im Olympiapark ist die Show eine Belastung. Die Drohnen kamen gut an und vor ein paar Jahren stand auch schon mal eine Lasershow auf dem See. Beides ist fast geräuschlos erlebbar - fast wie in einem Traum. 

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  • Gelegenheitsleserin vor 9 Stunden / Bewertung:

    Ich finde es erstaunlich, dass in Sachen Feuerwerk die meisten Menschen ganz klar dafür oder dagegen sind.
    Ich dagegen bin ziemlich hin- und hergerissen. Ich schaue mir - große - Feuerwerke (nicht die privaten Silvesterraketen) sehr gerne an und habe eine fast kindliche Freude daran.
    Aber ich hätte auch großes Verständnis dafür, wenn man sie aus Lärm- und Umweltschutzgründen verbieten würde.

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  • MHerr vor 23 Stunden / Bewertung:

    Wunderbares Framing. Ein Höhenfeuerwerk als Böllerei zu bezeichnen, da verbindet man es gedanklich doch gleich mit dumpfen Hohlbirnen die Kracher bzw Kanonenschläge zwischen die Beine von anderen werfen. Btw. Ich finde es immer faszinierend wenn sich Haustierhalter über die Quali für ihre Tiere beschweren. Gerade Hund. Viele Rassen sind Qualzüchtungen. Die Tiere werden 365 Tage im Jahr unter Qualhaltung in engen Wohnungen gehalten ... Herrchen und Frauchen ist das aber herzlich egal... aber weil man persönlich Feuerwerk nicht mag ist einem dann das Wohlbefinden während 30 Minuten von Fifi plötzlich sehr wichtig. Das nennt man dann wohl Kognitive Dissonanz...

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  • Dugi vor 20 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von MHerr

    Es ist halt ein Scheinargument. Genauso wie der Feinstaub. Man führt eben mal alles an, was irgendwie schlecht ist, von Haus- und Wildtieren über Feinstaub zu Müll, Verletzten und vollen Notaufnahmen. Irgendein Argument wird dann schon ziehen. Das Sammelsurium zeigt aber auch, dass es eigentlich kein wirklich schlagendes Argument gibt, insbesondere dann, wenn man im Sommer selbst eine Böllershow veranstaltet mit Böllern wie Raketeneinschläge und um ein vielfaches lauter und kilometerweit zu hören.

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