So war das Münchner Konzert von Elton John

Eine Schatztruhe voller Hits: Elton John konzentriert sich in der Olympiahalle auf seine Evergreens
| Arno Frank Eser
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Sir Elton John bei seinem Auftritt in der Münchner Olympiahalle.
Sigi Müller Sir Elton John bei seinem Auftritt in der Münchner Olympiahalle.

Ein Konzert mit Elton John ist immer auch eine Reise in den Kosmos der Pop-Musik. Wobei in Lichtgeschwindigkeit von einem Hit-Planeten zum anderen mehrere Zeitzonen besucht werden. Und da kann es in der rund 40-jährigen Karriere dieses Ausnahmekünstlers durchaus auch mal vorkommen, dass ein Hit für zwei Epochen gleichzeitig steht. Erst in der Originalfassung, dann als Relounch ein paar Jahre oder auch Jahrzehnte wieder. Auf alle Fälle durften sich die 10.000 Fans in der Olympiahalle über einen wunderbar aufgeräumten und kraftvollen Superstar freuen.

Kleines Glitzerjäckchen, großes Piano, Licht- und Videospielereien vornehm dezent - und vor allem ein hervorragendes und geschickt gestaltetes Programm. Natürlich all die unvergesslichen Melodien aus der Zeit, als Elton John noch als Singer/Songwriter präsentiert wurde. „Rocket Man“, „Your Song“, „Sorry Seems To Be The Hardest Word“, „Daniel“ , „Goodbye Yellow Brick Road“, „Bennie And The Jets“. Gleich als drittes Lied der Welthit „Candle In The Wind“, einst geschrieben für Marilyn Monroe, später dann umgewidmet auf Lady Di.

Sir Elton John, außerdem noch zusätzlich geadelt durch Oscar, Grammy und Brit-Award, etliche Auszeichnungen mehr, zeigt sich spiel- und experimentierfreudig. Mit seiner hochkarätigen Band präsentiert er neue Arrangements und verschafft sich auch immer wieder Freiräume, um ungehemmt in die Tasten hauen zu können. Mal rockig, dann wieder leicht angejazzt, und immer sehr virtuos. Man merkt, dass er Spaß an der Sache hat, und er kann seine Fans im Laufe des langen Abends immer mehr für sich einnehmen. Ja, es stimmt: Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss.

Aus seinem neuen Album „The Diving Board“ gibt’s lediglich eine kleine Kostprobe von zwei Titeln; doch die fügen sich nahtlos in den Reigen der Evergreens ein.

Gegen Ende des Konzerts wird’s dann fetzig. Niemanden hält es mehr auf den Stühlen, alles tanzt, singt und klatscht mit. Selbst der Uralt-Gassenhauer „Crocodile Rock“ wird rausgekramt; und bei „I’m Still Standing“ kann man nur feststellen: Stimmt. Hundertprozentig.  

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