Rolling Stones: So war das Konzert auf der Berliner Waldbühne

„It's only Rock 'n' Roll“, singen die Rolling Stones – und strafen sich damit selbst Lügen. Diese Band ist ein Phänomen. Nach sieben Jahren ist sie zurück in Deutschland. Die Kritik vom Konzert auf der Waldbühne.
| dpa
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Vor 22,000 Zuschauern lieferten die Stones ein Lehrstück in Sachen Rockkonzert ab.
dpa 5 Vor 22,000 Zuschauern lieferten die Stones ein Lehrstück in Sachen Rockkonzert ab.
Frontmann Mick Jagger
fegte im Glitzersakko über die Waldbühne.
dpa 5 Frontmann Mick Jagger fegte im Glitzersakko über die Waldbühne.
Von „Jumpin' Jack Flash“
über „It's Only Rock 'n' Roll (But I Like It)“ bis „I can't get no
satisfaction“ brachten sie Superhit nach Superhit.
dpa 5 Von „Jumpin' Jack Flash“ über „It's Only Rock 'n' Roll (But I Like It)“ bis „I can't get no satisfaction“ brachten sie Superhit nach Superhit.
Charlie Watts (l) und Keith Richards.
dpa 5 Charlie Watts (l) und Keith Richards.
Mehr als zwei Stunden lang begeisterten Mick Jagger und die Stones Berlin.
dpa 5 Mehr als zwei Stunden lang begeisterten Mick Jagger und die Stones Berlin.

Berlin  – Ob Mick Jagger da wohl 49 Jahre zurück gedacht hat? „Wir sind zurück auf der Waldbühne – was für ein schöner Ort“, brüllt der Rolling-Stones-Frontmann auf Deutsch ins Mikro. Ihr erstes Konzert hier, in den Aufbruchjahren der Rockmusik, musste 1965 wegen Aufruhr im Publikum abgebrochen werden. Jetzt sind die Rolling Stones zurück – es geht gesitteter zu, aber nur auf den Zuschauerrängen. Jagger und Gitarrist Keith Richards dagegen, mittlerweile beide 70 und faltig, fegen über die Bühne wie eh und je: Sie liefern zwei grandiose Lehrstunden in Sachen Rock-Konzert.

Sieben Jahre haben sie die deutschen Fans warten lassen. Und es dauerte ganze acht Minuten, bis 22.000 Tickets verkauft waren. „14 On Fire“ heißt die Tournee – und die Stones setzen die Waldbühne damit sprichwörtlich in Brand. Es wird so heiß, dass Frontmann Jagger sein schwarz-silbernes Glitzersakko schon im zweiten Lied in die Ecke schmeißt. Das Seidenhemd fliegt gleich hinterher – und der drahtige 70-Jährige tobt im hautengen Shirt weiter.

An Energie scheint es den Rock-Opas jedenfalls nicht zu fehlen. Unermüdlich hin und her, wie ein Tiger im Käfig, fegt Jagger über die Waldbühne, keucht in die Blues-Harp. Die Botschaft ist schnell klar: „It's Only Rock 'n' Roll – but I like it!“

Im zweistündigen Programm hat gar nicht jeder Stones-Hit Platz. Dafür sind es einfach zu viele. Doch etwa 60 Stücke soll das Quartett für die Tour eingeübt haben – fast 20 spielen sie auch. Da fehlen weder „You got me rocking“ und „Honky Tonk Women“, noch „Jumping Jack Flash“ und „You can't always get what you want“. Doch auf der Setliste stehen auch echte Raritäten: Für „You got the silver“ und „Can't be seen“ übernimmt Gitarrist Richards das Mikro.

Letzteren Song haben selbst eingefleischte Fans nur selten live gehört – vor der aktuellen Tournee hatten die Stones ihn fast 15 Jahre nicht gespielt. Kaum eine Band kann sich live so gut inszenieren: Der Sound ausgefeilt, die Show reduziert auf ein paar Lichteffekte. Hier zählt die Musik. Und in der leben Jagger, Richards, Ron Wood und Charlie Watts so richtig auf. Sie spielen miteinander, rennen umeinander, verstehen sich nach so vielen gemeinsamen Bühnen-Jahren blind. „I can't get no satisfaction“, singt Jagger zum Abschluss – doch nach diesem Programm dürften nur die wenigsten unzufrieden gehen.

 

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