Paul McCartney führt bis heute Gespräche mit John Lennon

Paul McCartney blickt in seinem neuen Album auf seine Kindheit und seine musikalischen Anfänge in Liverpool zurück. In einem Interview spricht er auch über die Beatles-Zeit und über seine besondere Beziehung zu John Lennon, mit dem er nach eigener Aussage bis heute innere Gespräche führt.
(ncz/spot) |
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Paul McCartney meldet sich mit neuer Musik zurück.
Paul McCartney meldet sich mit neuer Musik zurück. © imago/ABACAPRESS / Berzane Nasser/ABACA

Mit 83 Jahren veröffentlicht Paul McCartney am heutigen Freitag sein neues Soloalbum "The Boys of Dungeon Lane" - ein nostalgischer Liebesbrief an seine frühen Jahre in Liverpool. Der Musiker blickt darin auf ein Leben zurück, das längst selbst Teil des Popmythos geworden ist. Im Interview mit dem britischen "Guardian" erinnert sich McCartney überraschend lebendig an seine Kindheit und die Zeit mit den Beatles.

Er spricht bis heute mit John Lennon

Besonders eindrücklich beschreibt McCartney seine Verbindung zu John Lennon (1940-1980). Aus seiner Sicht haben die beiden nie wirklich aufgehört, miteinander zu "sprechen" - zumindest auf kreative Weise. Wenn er heute Songs schreibe oder über bestimmte Erinnerungen aus der gemeinsamen Zeit in Liverpool nachdenke, habe er oft das Gefühl, Lennon würde sofort verstehen, worum es geht. Dieses innere Gespräch sei durch Lennons Tod 1980 nicht beendet worden, sondern laufe in seinem Kopf weiter - nur ohne Antwort.

Auch über George Harrison (1943-2001) spricht McCartney. Mit zunehmendem Alter werde ihm bewusst, dass immer mehr Menschen aus seinem Umfeld verschwinden. Harrison und Lennon seien zentrale Bezugspunkte seines Lebens gewesen - und ihr Fehlen gehöre inzwischen zu seiner Realität. Gleichzeitig wirkt seine Einordnung fast lakonisch: Das sei kein Einzelfall, sondern schlicht Teil des Älterwerdens.

Neben seinen Bandkollegen erinnert sich McCartney im Interview auch an den Moment, als im Radio 1963 erstmals der Beatles-Hit "Love Me Do" lief. Bis heute wisse er genau, wo er damals gewesen sei. Er sei gerade mit dem Auto am Grafton in Liverpool vorbeigefahren, habe aber nicht angehalten. "Ich bin einfach weitergefahren, begeistert. Das war etwas", erzählt McCartney.

Paul McCartney will sich an seine Geburt erinnern können

Neben den Beatles-Jahren blickt McCartney auch auf seine Kindheit im Liverpool der Nachkriegszeit zurück - von der auch das neue Album inhaltlich handelt. Dabei zieht der ehemalige Beatle vorsichtige Parallelen zur heutigen Weltlage: "Ich finde es unmöglich, das nicht mit der aktuellen Situation in der Ukraine oder Gaza in Verbindung zu bringen, wo jeden Moment Bomben fallen könnten und man mit diesem Wissen leben muss", so McCartney.

Besonders verrückt wird es, wenn der 83-Jährige von seinen frühesten Erinnerungen spricht: So behauptet er, sich an seine Geburt erinnern zu können. Weiße Kacheln, medizinische Instrumente, ein Gefühl von Licht und Chaos - so beschreibt er es. Gleichzeitig relativiert er sofort: Es sei "höchst zweifelhaft", wahrscheinlich Unsinn, vielleicht eine eingebildete Erinnerung.

"The Boys of Dungeon Lane" ist Paul McCartneys 18. Soloalbum und erscheint am heutigen Freitag. Inhaltlich kreist die Platte stark um seine Anfänge in Liverpool sowie um die frühen Jahre der Beatles, die mit Songs wie "Love Me Do", "Hey Jude" oder "Let It Be" zur erfolgreichsten Band der Popgeschichte wurden.

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