Max Mutzke fühlt sich mit 40 Jahren "total fit"

Max Mutzke feiert am 21. Mai seinen 40. Geburtstag. Für ihn bedeutet das, 25 Jahre alt zu sein mit 15 Jahren Erfahrung, erzählt der Sänger im Interview.
| (tae/spot)
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Max Mutzke macht sich mit seinem neuen Song "Wunschlos süchtig" selbst ein Geburtstagsgeschenk.
Max Mutzke macht sich mit seinem neuen Song "Wunschlos süchtig" selbst ein Geburtstagsgeschenk. © Nils Müller

Sänger Max Mutzke ("Can't Wait Until Tonight") wird am 21. Mai 40 Jahre alt - und schenkt sich zum runden Geburtstag selbst einen Song mit dem Titel "Wunschlos süchtig". Was es damit auf sich hat und wie er den Tag verbringen wird, hat der Musiker aus dem Schwarzwald im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verraten. Außerdem erklärt er, warum er auf seinem neuen Album ausschließlich Deutsch singen wird.

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Sie werden am 21. Mai 40 Jahre alt, herzlichen Glückwunsch. Wie geht es Ihnen mit der Zahl, macht Ihnen die 4 zu schaffen?

Max Mutzke: Vielen Dank! Ich habe gestern gelesen: 40 Jahre alt zu werden, bedeutet 21 zu werden, bloß mit 19 Jahren Erfahrung. Das trifft es auch ganz gut, bloß dass ich eher 25 bin mit 15 Jahren Erfahrung. 25 war ich, als ich meine Familie gegründet habe und schon so richtig selbstständig mit der Musik war und erwachsen auf eigenen Beinen stand. Dabei wusste ich schon genau, was ich im Leben will. Irgendwie fühlt es sich tatsächlich immer noch genauso an. Ich bin nach wie vor unerschütterlich optimistisch in meinem Leben. Ich wache jeden Morgen sehr gut gelaunt auf. Ich fühle mich total fit und ich habe immer noch das Gefühl "Ich bin so unzerstörbar", im positiven Sinne. Das ist ein echt schönes Gefühl von Urvertrauen in meiner Lebenssituation.

Ein runder Geburtstag ist oft ein Anlass, Bilanz zu ziehen. Wie blicken Sie auf Ihre bisherige Karriere zurück? Was waren Ihre größten Höhe- und Tiefpunkte?

Mutzke: Sowohl in der Karriere als auch im Privaten gibt es immer Aufs und Abs. Diese dynamische Wellenbewegung findest du aber auch in der Liebe oder auf dem Kontostand. Genauso aber im Terminkalender und im Körpergewicht. Mal gut, mal weniger gut. Ich würde die Karriere ein bisschen so beschreiben wie eine Wanderung durch eine vielfältige, sehr abwechslungsreiche Natur. Man hat die Möglichkeit, den Berg hochzugehen. Das ist dann der Aufschwung der Karriere. Manchmal ist das ein sehr steiler und langer Weg, auf dem man viel Ausdauer braucht. Wenn es gut läuft, steht man dann oben mit einer wunderschönen Aussicht und genießt es wahnsinnig. Das sind dann diese Peaks in einer Karriere.

Was ich nun festgestellt habe, ist, dass diese Peaks auch wirklich nur Peaks sind und nicht das neue Niveau, auf dem man sich jetzt befindet. Zum Beispiel hat man oft einen Peak, wenn man ein Album promotet. Dann hast du ganz viele Einladungen von Talkshows und viel Medieninteresse. Da wird man ganz schnell fast schon egozentrisch und man muss aufpassen, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Peaks bedeuten dann aber auch, den Berg wieder herunter zu gehen und dann den nächsten Berg anzuvisieren. Wichtig ist es, den Fokus auf den nächsten Berg zu haben. Deswegen finde ich die Aufs und Abs in einer Karriere selbstverständlich und zwingend notwendig, um Bodenhaftung zu haben und zu halten.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern - jetzt, wenn es auch wieder Lockerungen gibt?

Mutzke: Meinen Geburtstag feiere ich zunächst ohne meine Familie, weil es mir auch einmal wichtig war, zusammen mit meinem Team zu feiern. Ich habe mich selbst lange als Schwarzwälder gesehen, der als Sänger das Land bereisen darf. Mittlerweile sehe ich mich eher umgekehrt als Sänger, der das Glück hat, aus dem Schwarzwald zu kommen. Deshalb nehmen mein Team und die Medienpartner auch einen sehr großen Teil in meinem Leben ein. Ich werde also zunächst meinen Geburtstag in Berlin mit meiner Plattenfirma Universal Music verbringen und nachts dann wieder nach Hause abreisen, um dann am nächsten Tag mit meiner Familie feiern zu dürfen - natürlich unter Einhaltung der Auflagen.

Wie haben Sie die Corona-Pandemie als Familie erlebt? Wie gehen Ihre Kinder damit um?

Mutzke: Ich habe ja das riesige Glück, im Schwarzwald leben zu dürfen, wo wir auf 1.000 Metern Höhe in einem Haus sind, das ohnehin schon fernab von allem ist. Social Distancing ist bei uns also ganz normal, weil wir in einem wenig dicht besiedelten Landstrich leben. Meine Kinder sind jünger als meine Karriere, was bedeutet, dass ich noch nie so viel Zeit mit ihnen verbringen durfte wie in der aktuellen Situation. Dadurch, dass sie auch nicht in die Schule konnten, hatten wir enorm viel Qualitätszeit, die ich auf keinen Fall missen möchte. Da fragt man sich dann zwangsläufig schon, ob man, wenn alles wieder in Richtung Normalität geht, weiterhin um die 220 Tage im Jahr allein unterwegs sein möchte. Mir ist aber natürlich trotzdem sehr bewusst, dass ich in einer sehr privilegierten Situation lebe.

Ihre neue Single heißt "Wunschlos süchtig". Nach was sind Sie wunschlos süchtig?

Mutzke: Wunschlos süchtig ist ein schönes Wortspiel, was ich noch nirgends gehört habe. Kurz gesagt ist es so, wie wenn man in einem Wald Wandern geht. Man läuft den Berg hoch und ungeplant steht man plötzlich auf einer Lichtung und schaut 1.000 Kilometer weit in die Landschaft runter und denkt: Krass, damit hatte ich nicht gerechnet, ist das ein geiler Moment. Es geht also darum, angekommen zu sein, ohne es vorher forciert zu haben. Dieses Gefühl kann vieles betreffen. Das kann eine Freundschaft sein oder die Beziehung zu deinem Liebespartner. Das kann aber auch einen Moment betreffen, der deine Psyche oder deine Karriere beschreibt. Es ist das Erreichen einer Sache, die ich mir eigentlich gar nicht so erwünscht und erträumt hätte. Aber jetzt habe ich sie und merke, was für einen wahnsinnigen Wert das für mich hat.

Ihr neues Album wird den gleichen Titel tragen. Was können Sie bereits darüber verraten?

Mutzke: Es ist ein rein deutschsprachiges Album, was eine Premiere für mich ist. Es sind zudem alles eigene Songs, es ist also keine Covernummer drauf, was auch selten ist bei mir. Es sind alles eigene Geschichten, somit ist es sehr autobiografisch. Und was ich sehr interessant finde und erst jetzt beim Durchhören aller Songs festgestellt habe: Es hat auch viele politische Statements. Beim Schreiben des Albums habe ich gemerkt, dass sich durch die Pandemie wahnsinnig viele Themen aufgetan haben: die Spaltung in der Bevölkerung oder die Querdenker-Situation. Menschen, die ihre Inhalte des Lebens nun wieder neu finden müssen, weil so viele Aktivitäten weggefallen sind. Zudem habe ich das Gefühl, dass sich ein Großteil der Bevölkerung diese Informationen im Netz sucht, ohne dass sie dort richtig aufgearbeitet, reflektiert oder mit menschlichen Werten gefüllt wären. Es hat mich enorm gepackt, darüber zu schreiben.

Wie kam es dazu, dass Sie auf dem Album nur Deutsch singen?

Mutzke: Ich habe Musik davor überwiegend auf Englisch gemacht, weil ich mich mit der deutschen Sprache in dem Moment einfach nicht so wohlgefühlt habe. Ich hatte zwar auch deutsche Songs, fand aber das Englische einfach cooler. Diesem bedeutenden Moment, den "Wunschlos süchtig" beschreibt, sowie unserer aktuellen Zeit voller Umbrüche und bedeutsamer Erkenntnisse wäre ich in der englischen Sprache nicht gerecht geworden, weil ich mich dahingehend nicht auf Englisch identifizieren kann. Ich musste das alles auf Deutsch sagen, weil ich wollte, dass die Leute verstehen, was ich sage. Ich wollte, dass die Leute mir zuhören und ich mich positionieren kann, anstatt dass sie nur eine nice, englische R&B-Nummer kriegen. Das geht mit der Muttersprache viel besser.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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