Max Greger im Alter von 89 Jahren gestorben

Wie kaum ein anderer prägte er die Unterhaltungsszene hierzulande. Nun ist Max Greger (?89) gestorben. Noch Mitte Juli stand er in München auf der Bühne. Sein wohl berühmtestes Werk ist nur 23 Sekunden lang.
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Mehr als 150 Platten und CDs und rund 3000 produzierte Stücke: Der Musik-Virtouse Max Greger ist tot.
dpa Mehr als 150 Platten und CDs und rund 3000 produzierte Stücke: Der Musik-Virtouse Max Greger ist tot.

Wie kaum ein anderer prägte er die Unterhaltungsszene in Deutschland. Nun ist Max Greger im Alter von 89 Jahren gestorben. Noch Mitte Juli stand er in München auf der Bühne. Sein wohl berühmtestes Werk ist gerade einmal 23 Sekunden lang.

München - Der Jazz- und Swingmusiker Max Greger ist tot. Er starb am frühen Samstagmorgen im Alter von 89 Jahren in einer Münchner Klinik an einer Krebserkrankung, wie seine Frau Johanna der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Der Saxofonist und Band-Leader trat in Hunderten von Konzertsälen auf, nahm mehr als 150 Platten und CDs auf und produzierte rund 3000 Stücke. Viele Konzerte gab Greger gemeinsam mit Hugo Strasser, Peter Kraus und der SWR Big Band.

Als Kind spielte er in einem Akkordeon-Club, später studierte er Klarinette und Saxofon am Münchner Konservatorium. Gregers Karriere begann 14 Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs: Als 19-Jähriger spielte er im Ratskeller am Marienplatz für US-Offiziere. Drei Jahre später gründete er das "Max-Greger-Sextett". 1959 reiste er mit seiner Band, zu der auch Maria Hellwig und Udo Jürgens zählten, als erste westliche Gruppe fünf Wochen lang durch die Sowjetunion, gab 36 komplett ausverkaufte Konzerte - sein Durchbruch.

Greger trat mit Weltstars wie Louis Armstrong, Duke Ellington und Ella Fitzgerald auf; Lionel Hampton lud ihn ein, bei seiner Europa-Tournee als einziger Weißer in seiner Big Band mitzuspielen.

Mit seiner Musik prägte Greger auch das deutsche Fernsehen. 1963 stellte er für das ZDF ein Orchester zusammen und sorgte bei den großen TV-Shows 16 Jahre lang für den richtigen Ton. Besonders stolz war er auf die Melodie des "Aktuellen Sportstudios". "Meine berühmteste Nummer ist 23 Sekunden lang", sagte er einmal. "Das ist das längst und meist gespielte Thema auf der Welt."

Gregers Frau sagte, sie, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter seien in den letzten Stunden auf der Palliativstation einer Münchner Klinik an der Seite ihres Mannes gewesen. "Wir waren dabei, bis er eingeschlafen ist. In der letzten Stunde haben wir nur noch gebetet, dass er erlöst wird." Gegen 3.00 Uhr sei er dann für immer eingeschlafen. Zunächst hatte die "Bild am Sonntag" über den Tod des Musikers berichtet.

Noch Mitte Juli hatte Greger nach Angaben seiner Frau, mit der er mehr als 60 Jahre verheiratet war, in München ein Konzert gegeben. Zwei Tage nach dem Auftritt sei der 89-Jährige dann am 15. Juli in eine Klinik gekommen. Dort sei eine Krebserkrankung diagnostiziert worden, sagte seine Frau weiter. "Er hat vorher nicht gewusst, dass er Krebs hatte."

"Er hat ein wunderbares Alter gehabt", sagte Gregers Frau Johanna der Deutschen Presse-Agentur weiter. "Wir wollten im nächsten Jahr noch den 90. Geburtstag feiern." Vor nunmehr 70 Jahren seien sie und Greger ein Paar geworden. "Wir waren 63 Jahre verheiratet. Das ist schon was."

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