Kanye West: Konzert in Polen ist abgesagt
Der US-Rapper Kanye West (48) wird im Juni nicht in Polen auftreten. Das Stadion Śląski im südpolnischen Chorzów hat am Freitag erklärt, der für den 19. Juni angesetzte Auftritt des Musikers werde "aus formalen und rechtlichen Gründen" nicht stattfinden. Für West, der sich inzwischen Ye nennt, wäre es laut BBC die erste Show auf polnischem Boden seit 15 Jahren gewesen.
Die Absage gehört in eine Reihe von Eklats. In den vergangenen Monaten hatte der 48-Jährige unter anderem mit antisemitischen Äußerungen für Entsetzen gesorgt. Die polnische Kulturministerin Marta Cienkowska (38) hatte die ursprüngliche Buchung scharf verurteilt und als "inakzeptabel" bezeichnet.
Auf X fand Cienkowska deutliche Worte. Sie sprach von einem Künstler, der öffentlich antisemitische Ansichten vertrete, Verbrechen verharmlose und mit dem Verkauf von Hakenkreuz-T-Shirts Geld verdient habe. Das sei ein "bewusstes Überschreiten von Grenzen und die Normalisierung von Hass". Kultur dürfe kein Raum für Menschen sein, die sie missbrauchten, um Hass zu verbreiten. "In einem Land, das von der Geschichte des Holocaust gezeichnet ist, können wir nicht so tun, als handele es sich hier lediglich um Unterhaltung." Auch das polnische Außenministerium habe sich dagegen ausgesprochen, dass das Konzert stattfindet, berichtet die BBC.
Vor der offiziellen Absage durch das Stadion hatte der Sprecher des polnischen Kulturministeriums, Piotr Jędrzejewski, der BBC gesagt, eine Untersagung des Konzerts sei rechtlich schwierig gewesen, weil keine passende gesetzliche Grundlage existiere. Am Ende zog der Veranstaltungsort die Reißleine selbst.
Europa-Tournee mit Fragezeichen
Die Absage in Polen ist keine Ausnahme. Wenige Tage zuvor hatte West bereits einen geplanten Auftritt in Marseille verschoben, der bis auf Weiteres auf Eis liegt. Eine Woche zuvor hatte die britische Regierung dem Musiker die Einreise verweigert, woraufhin seine Teilnahme als Headliner beim Londoner Wireless Festival platzte - das Festival wurde in der Folge komplett abgesagt.
West hatte nach seinen antisemitischen Äußerungen versucht, die Wogen zu glätten. In einer ganzseitigen Anzeige im "Wall Street Journal" im Januar sowie in jüngsten Statements schrieb er seine Ausfälle seiner bipolaren Störung zu und betonte, er sei "kein Nazi". In London bot er sogar ein Treffen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde an - ein Angebot, das jedoch zu spät kam, um das Einreiseverbot abzuwenden.
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