In Extremo ziehen den Stecker: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Glasperlenspiel, Tony Iommi und In Extremo, die sich auch auf ihrem Akustikalbum "Tranquilo II" alles andere als leise präsentieren: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.
John Fasnaugh |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
In Extremo nennen ihr neues Album "Tranquilo II", wirklich "ruhig" ist hier aber nichts.
Holger Fichtner 3 In Extremo nennen ihr neues Album "Tranquilo II", wirklich "ruhig" ist hier aber nichts.
Glasperlenspiel unternahmen eine Reise nach Südkorea, um sich musikalisch neu zu finden. Das Ergebnis "GPS 26" klingt äußerst modern und erfrischend.
Markus Haner 3 Glasperlenspiel unternahmen eine Reise nach Südkorea, um sich musikalisch neu zu finden. Das Ergebnis "GPS 26" klingt äußerst modern und erfrischend.
Tony Iommi zieht mit seiner Gitarre in ein neues episches Heavy-Metal-Abenteuer: Das Album "From The Dark" ist ab sofort erhältlich.
Ross Halfin 3 Tony Iommi zieht mit seiner Gitarre in ein neues episches Heavy-Metal-Abenteuer: Das Album "From The Dark" ist ab sofort erhältlich.

In Extremo gehören zu den bekanntesten Bands der Mittelalterrock-Szene. Den speziellen Sound der Gruppe prägen seit jeher auch harte Gitarren. Genau die spielen auf "Tranquilo II" aber keine Rolle - nach dem Erfolg eines entsprechenden Vorgängerprojekts vor vielen Jahren veröffentlicht die Band zum zweiten Mal ein Akustikalbum. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Glasperlenspiel und Black-Sabbath-Legende Tony Iommi.

In Extremo - Tranquilo II

"Tranquilo", also ruhig, ist hier natürlich gar nichts. So ein typisches Leisetreter-Akustikalbum würde zu einer Band, die sich "In Extremo" nennt, wohl auch nicht passen. Und doch hatten die Spielmänner um Micha "Das Letzte Einhorn" Rhein mal wieder Lust, etwas anderes zu machen und das eigene Wirken aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Gerade jetzt, kurz nach dem Ende der Feierlichkeiten zum 30-Jahre-Jubiläum. "In Extremo waren schon immer ein unberechenbarer Haufen, der seine Fans jedes Mal wieder überrascht", erklärt Rhein, und die neueste Überraschung gibt es jetzt eben in Form des Albums "Tranquilo II".

Die Platte hat augenscheinlich eine Vorgeschichte. 2010 spielten In Extremo bereits eine "Tranquilo"-Akustiktour, auf die ein dazugehöriges "Unplugged"-Album folgte. Seitdem hätten die Fans der Mittelalter-Rocker immer wieder nach einer Fortsetzung verlangt, und 16 Jahre später wird der Wunsch endlich erfüllt. "Tranquilo II" enthält 17 Songs, mit beliebten Live-Hymnen, Raritäten und einem brandneuen Titel ("Heute wird der Himmel brennen"). Keine brachialen Punkrock-Gitarren, dafür mehr Raum für Schalmei, Sackpfeife, Fidel, Pauke und kleine stilistische Abenteuer: In diesem Rahmen feiern In Extremo ein rauschendes, urtümliches Fest, bei dem unter anderem auch die Ehrengäste Doro Pesch und Monchi (Feine Sahne Fischfilet) kurz vorbeischauen.

Glasperlenspiel - GPS 26

Carolin Niemczyk als Jurorin bei "Deutschland sucht den Superstar", wer erinnert sich noch? 2018 war das, Staffel 15, ganz schön lange her. Ungefähr genauso lange liegt auch das letzte Album von Niemczyks Band Glasperlenspiel zurück: "Licht & Schatten", April 2018. Danach kam nicht mehr sonderlich viel, es wurde still um Niemczyk und Glasperlenspiel, die mit "Geiles Leben" immerhin einen der größten deutschen Pop-Hits der 2010er-Jahre lieferten. Nach einer scheinbar gar nicht so kleinen Identitätskrise ist die Band jetzt aber wieder da, und man kann nur darüber staunen, wie jung, hip und frisch sie auf "GPS 26" immer noch - oder: wieder - klingt.

Die Band sei irgendwann schlicht zu groß geworden, erklärt Daniel Grunenberg, die zweite Hälfte von Glasperlenspiel. Er und Niemczyk hätten zwischenzeitlich "aus den Augen verloren, warum wir diese Band eigentlich gegründet haben: aus Liebe zur Musik. Wir mussten dringend raus aus unserem gewohnten Umfeld." Der Weg führte nach Seoul in Südkorea, wo Glasperlenspiel viele neue Sounds und Ideen aufsaugten.

Der Einfluss von K-Pop schlägt sich in der Musik ebenso nieder wie im Artwork zu "GPS 26". Darüber hinaus hört man EDM, House, Garage und Songtexte, die auch bei einem neuen, sehr jungen Gen-Z-Publikum gut ankommen dürften ("Kein Algo checkt mein Herz"). Nach langer Zeit fühle sich das Musikmachen endlich wieder "leicht und unbeschwert" an, schwärmt Carolin Niemczyk über die Arbeit an "GPS 26". Schade nur, dass dieser kunterbunte, kurzweilige Electropop-Trip nach lediglich 24 Minuten schon wieder vorbei ist.

Tony Iommi - From The Dark

Tony Iommi sitzt im schwarzen Ledermantel an einem rustikalen Holztisch, vor ihm liegt seine Gitarre. Es könnte stattdessen genauso gut auch ein Zweihänder sein - der Eindruck dieses Bildes, mit dem der legendäre Heavy-Metal-Recke für sein neues Album wirbt, würde sich kaum verändern. Black Sabbath ist Geschichte, seit dem Abschiedskonzert im Juli 2025 und dem Tod von Ozzy Osbourne endgültig, aber der Gitarrist der Band hat noch nicht ausgespielt, auch nicht mit 78 Jahren. So zieht Tony Iommi mit der Waffe seiner Wahl noch einmal hinaus ins Feld, schlachterprobt, geheimnisvoll und umgeben von finsteren Mächten, hinein in ein episches Abenteuer, das er "From The Dark" nennt.

Nur wenige Gitarristen prägten die Rock- und Heavy-Metal-Musik so wie Tony Iommi. Deshalb dürfte auch die gesamte Lederkutten-Szene genau hinhören, wenn dieser unnachahmliche Virtuose jetzt noch einmal ein Soloalbum veröffentlicht. Umso mehr, weil es sich hier um Iommis erstes offizielles Soloalbum seit 26 Jahren ("Iommi", 2000) handelt. Die Sammlung enthält acht Songs, die über 41 Minuten von Sturm, Tod und Einsamkeit in düsteren Zeiten erzählen. Große Bilder, große Riffs, jeder Hieb trifft. Iommi, der Vollständigkeit halber, schlägt diese Schlacht allerdings nicht ganz alleine: Neben einer erfahrenen Backup-Band unterstützt ihn über das gesamte Album der norwegische Sänger Jørn Lande (Masterplan, Ark) - ein idealer Gefährte, wie Iommi selbst tief verwurzelt im Heavy Metal alter Prägung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur teleschau. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an info@teleschau.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.