Ice-T: Keine Spur von Altersmilde

Rapper, Schauspieler und Sänger Ice-T macht seit bald 40 Jahren Hip-Hop. Warum seine Wut auf die Verhältnisse über die Jahrzehnte nicht weniger geworden ist, hat er in einem Interview erzählt.
| (elm/spot)
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Ice-T rappt seit den frühen 1980er Jahren
Photo by Xavier Collin/Image Press Agency Ice-T rappt seit den frühen 1980er Jahren

Hip-Hop-Legende Ice-T (62, "6 'N the Mornin'") macht mit seiner Band Body Count seit den frühen 1990er Jahren politischen Crossover. Warum er knapp 30 Jahre später noch keine Spuren von Altersmilde aufweist und wie er die aktuelle politische Lage in den USA einschätzt, hat die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" bei dem Musiker erfragt.

Die "Greatest Hits" von Ice-T finden Sie hier

Wohlstandswut

Ice-T ist ein Künstler mit vielen Facetten. Wer seine Texte analysiert, stellt fest: Zurückhaltung ist nicht unbedingt eine davon. Der Kampf gegen Rassismus dafür schon. Zu Recht stellt die "FAS" in einem Interview mit dem 62-Jährigen fest, sein jüngstes Album "Carnivore" mit der Bandformation Body Count sei "noch wütender als das davor". Ice-T stimmt dieser Einschätzung zu und erklärt diese Wut über seine eigenen Privilegien: "Es ist wohl so, dass ich heute, da es mir viel besser geht als früher, noch deutlicher sehen kann, wie schlimm das Leben für andere Menschen ist."

Ohne Rassismus geht es in der amerikanischen Politik aus der Sicht von Ice-T kaum, so erklärt er auch den Erfolg von US-Präsident Donald Trump (73): "Trump bedient einfach seine Fangemeinde, den stabilen Unterbau aus rassistischen, hasserfüllten Menschen", ist sein ernüchterndes Fazit über den Zustand der amerikanischen Demokratie, in der es "ein Pendel, gebe. "Wir hatten Clinton, dann kam Bush. Dann haben die Wähler, die Bush nicht leiden konnten, Obama ins Amt gebracht. Die Rassisten haben acht Jahre lang hasserfüllt auf Obama gestarrt, also haben sie Trump gewählt, den Anti-Obama."

Dreist gewinnt?

Eine Erklärung für Trumps Erfolg hat Ice-T auch parat, sie sei in dessen gewissenloser Dreistigkeit zu finden: "Normale Menschen haben ja ein kleines bisschen Gewissen. Wenn einer so lügt, wie Trump, denken sie sich: Ich könnte niemals so lügen, also muss es wahr sein! Unser moralischer Kompass erlaubt es uns nicht, derart zu lügen. Trump ist das egal. Er tut es einfach."

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