Glenn Hughes rockt alle Klischees

Der frühere Sänger von Deep Purple kann es (noch) - und wie. Das beweist er in der Theaterfabrik eindrucksvoll.
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Besser am Bass, am besten bei Stimme: Glenn Hughes.
ho Besser am Bass, am besten bei Stimme: Glenn Hughes.

München - Ein Klischee, manch einer weiß das kaum mehr, hat gar nichts mit Vorurteil zu tun. Es ist nur: ein Abbild.

Sieht also der Konzertbesucher in der Theaterfabrik Glenn Hughes, dann mag er in ihm mehrere Abbilder erkennen: das vom gealterten Billy Idol in Brünett etwa. Jenes von David Hasselhoff, weit nach dessen Badehosen-Zeit. Dazu ein bisschen Udo Lindenberg. Oder das Klischee eines (vielen) unbekannten, auftoupierten Altrockers mit gebleachten Zähnen und vermutbaren Falten hinter der Sonnenbrille.

Das führt leider zu Vorurteilen.

Die kann Glenn Hughes widerlegen binnen 90 Minuten.

Hughes, Jahrgang 51, tourt mit der frisch gegründeten Band „California Breed“ durch die Lande.

Was er bietet: Sein erstaunlich juveniles Falsett, das schon Deep Purple er- und gehört hat. Ein Bass-Spiel, das ungekünstelt eindringlich und erdnah ist. Und ein Arrangement, das Metal-Skeptiker zu Fans werden lässt.

Zusammen heißt das: Rock'n'Roll. Frei von Doom, Trash oder sonstwas. Bloß (bairisch): pfeigrod.

Hughes hat, seiner Optik entgegenwirkend, die Kraft, Spötter zum Schweigen und Staunen zu bringen. Und im stimmstarken Gitarristen Andrew Watt einen ambitionierten Partner.

Watt – könnte man meinen – ist viel zu jung, um sich und Hughes an einem schnöden Montagabend vor zu kleinem Publikum hinterm Ostbahnhof aufzureiben. Stimmt aber nicht. Ist vielleicht bloß ein Klischee.

Man kann das auch anders sagen: Hughes ist eine Schau. Man muss nur hinsehen. Und hören.

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