Frei.Wild lassen die Echo-Verleihung wegen ihrer Auszeit sausen

In diesem Jahr werden Frei.Wild die Echo-Verleihung nicht mit ihrer Anwesenheit beehren. Das und noch mehr gab Frontmann Philipp Burger in einem ausführlichen Statement bekannt.
| (the/spot)
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In diesem Jahr werden Frei.Wild die Echo-Verleihung nicht mit ihrer Anwesenheit beehren. Das und noch mehr gab Frontmann Philipp Burger in einem ausführlichen Statement bekannt.

Die umstrittene Deutschrock-Band Frei.Wild ("Opposition") hat die bevorstehende Echo-Verleihung zum Anlass genommen, sich in einem ausführlichen Statement via Facebook-Live-Video an ihre Fans und Kritiker zu wenden. Zwei Punkte waren Philipp Burger, dem Frontmann der Südtiroler Band, dabei besonders wichtig: die Frage zur Teilnahme an der diesjährigen Echo-Gala sowie die Rassismus-Vorwürfe, mit denen die Musiker immer wieder zu kämpfen haben.

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Frei.Wild habe sich laut Burger 2017 bewusst eine Auszeit genommen, um "Akkus zu laden und uns wirklich intensiv um Studioalbum, um die Tourvorbereitung und weitere Projekte zu kümmern". Das sei auch der Grund, warum sie in diesem Jahr nicht auf der Echo-Verleihung zu finden sein werden. "Wir werden dieses Mal nicht live bei dieser Sendung sein. Wir möchten das Auszeitjahr wie geplant zu Ende bringen", so Burger. Außerdem seien zwei der Band-Mitglieder nicht da und es sei Bandtradition derartige Events nur zu viert zu besuchen.

"Ich würde die Zeit gern aus meiner Vita streichen"

Emotionaler wurde es dann in der zweiten Hälfte des Live-Videos. Der Rassismus-Vorwurf sei "absoluter Blödsinn". Burgers klare Ansage: "Wir haben uns seit Bandgründung immer wieder und in hundertfacher Ausführung gegen Rassisten, Nazis, gegen Menschenhasser positioniert und werden das auch weiterhin tun."

Er sehe es allerdings als seine Pflicht an, offen und ehrlich mit seiner Vergangenheit umzugehen. "Ich, Philipp Burger, bin der Sänger von Frei.Wild und war als Jugendlicher knapp drei Jahre lang ein rechter Skinhead und auch knapp ein Jahr lang der Sänger der rechten Skinhead-Formation Kaiserjäger in Südtirol." Diese Zeit liege inzwischen 18 Jahre zurück. "Ich würde diese Zeit sehr gerne aus meiner Vita streichen, kann ich aber nicht", resümierte der 36-Jährige im Beisein seiner Bandkollegen.

Seine Angehörigkeit zur rechten Szene und sein Ausstieg lägen vor der Gründung von Frei.Wild. Keines seiner jetzigen Bandmitglieder "hatte je etwas mit dieser Scheiße zu tun", stellte Burger klar. "Weder sprechen noch sprachen wir solche Leute an und solche Leute wollen wir auch nicht bei unseren Konzerten." Sie seien zwar durchaus heimatbewusste Südtiroler Menschen, bei denen das Wort Heimat immer einen positiven, aber keinen ausgrenzenden Klang habe.

Frei.Wild sind in der Kategorie Rock National neben den Bands Böhse Onkelz, Broilers, In Extremo und Schandmaul für einen Echo nominiert. In dieser Kategorie durften sie bereits 2016 den Preis mit nach Hause nehmen. 2013 war Frei.Wild von der Nominierungsliste gestrichen worden, nachdem andere Bands mit dem Boykott gedroht hatten.

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