Eurovision Song Contest: Wissenswertes über den Gastgeber Österreich
Mit seinem Sieg im vergangenen Jahr holt Johannes Pietsch (25) alias JJ den Eurovision Song Contest nach Wien. Jetzt bekommt Cosmó (19), bürgerlich Benjamin Gedeon, die Chance, in seiner Heimat ebendiese zu vertreten. Neben dem Vorjahresgewinner gibt es bereits zwei prominente österreichische Sieger. Doch Österreichs ESC-Geschichte ist nicht nur von Erfolgen geprägt: Auch ein Misserfolg wurde für das Gastgeberland zum Rekord.
Udo Jürgens brauchte drei Anläufe
Udo Jürgens (1934-2014) krönte sich 1966 als erster Vertreter Österreichs mit "Merci Chérie" zum ESC-Sieger - und konnte aufatmen. Schon in den beiden Jahren zuvor war er angetreten. 1964 sang er sich mit "Warum nur, warum?" in Kopenhagen auf Platz sechs. Im Jahr darauf verpasste er mit "Sag ihr, ich laß sie grüßen" knapp das Podium. Im dritten Versuch wurde er für sein Durchhaltevermögen belohnt. "Merci Chérie" brachte dem Sänger internationale Aufmerksamkeit, nachdem er 1965 mit "17 Jahr, blondes Haar" einen ersten Hit gelandet hatte.
Lange Durststrecke
Bis Österreich ein zweites Mal jubeln durfte, dauerte es fast 50 Jahre. 2014 gewann Tom Neuwirth (37) mit seiner Kunstfigur Conchita Wurst den ESC. Von 13 anderen Ländern gab es die Höchstwertung für die Performance von "Rise Like a Phoenix". Weltweit wurde der Auftritt als starkes Zeichen für Vielfalt gefeiert.
Zuvor war die österreichische ESC-Bilanz über Jahre eher ernüchternd: 2012 und 2013 schied Österreich im Halbfinale aus, 2011 reichte es nur für Platz 18 von 25. Zuletzt hatte der Kabarettist Alf Poier (59) das Land 2003 in die Top Ten geführt, unter den besten fünf befand es sich davor zuletzt 1989.
Neunmal ausgesetzt
Österreich verpasste beim ESC nicht nur mehrfach das Finale, sondern blieb dem Wettbewerb auch insgesamt neunmal fern. 1969 boykottierte das Land die Austragung in Spanien unter Diktator Francisco Franco (1892-1975). Ein Jahr später setzte Österreich - wie mehrere andere Länder - wegen des Abstimmungschaos aus, das zu vier Siegern geführt hatte. Auch von 1973 bis 1975 verzichtete man freiwillig auf eine Teilnahme, offiziell aus mangelndem Interesse am Wettbewerb.
Später folgten weitere Pausen: 2006 trat Österreich nicht an, nachdem Global Kryner im Jahr zuvor im Halbfinale gescheitert war. Von 2008 bis 2010 blieb das Land dem ESC erneut fern, diesmal aus Kritik am Abstimmungssystem. Der damalige ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz kritisierte 2008, es sei ein "chancenloses Rennen" und bemängelte, dass Herkunft stärker gewichtet werde als die Leistung. 2010 hieß es zudem, der Aufwand würde sich finanziell nicht auszahlen.
Diesen Negativ-Titel hält Österreich
2015 konnte die österreichische Band The Makemakes den Heimvorteil nicht nutzen. Beim ESC in Wien erhielten sie keinen einzigen Punkt und landeten damit gemeinsam mit der deutschen Vertreterin Ann Sophie (35) rechnerisch auf dem letzten Platz. Zuvor hatte noch kein Gastgeberland direkt nach einem Sieg den Contest als Letzter beendet.
Aufgrund der damaligen Regeln wurde Österreich am Ende jedoch auf den vorletzten Platz gesetzt - ausschlaggebend war die niedrigere Startnummer.
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