Eklat um Macklemore: Sheeran äußert sich, Finneas steigt aus

Propalästinensische Äußerungen von Macklemore (43) während der Tour von Ed Sheeran (35) werden immer mehr zum Politikum. Während Sheeran sich von der Entscheidung über einen Ausschluss von Macklemore von der restlichen US-Tournee distanziert, hält Billie Eilishs Bruder Finneas (29) zu dem Rapper und steigt selbst aus der Tour aus. Auch weitere Acts haben angekündigt, nicht mehr auf Sheerans US-Tour auftreten zu wollen.
Zuvor war bekannt geworden, dass Macklemore nicht mehr im Rahmen noch anstehender US-Konzerte von Sheerans "Loop Tour" auftreten wird. Der Rapper hatte auf Instagram mitgeteilt, dass Ed Sheeran und sein Team sich dazu entschieden hätten, ihn aus dem Vorprogramm zu werfen.
Macklemore steht zu seiner Überzeugung
Macklemore hatte sich während Auftritten politisch geäußert und unter anderem erklärt: "Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen wollte, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine."
Als dies bekannt wurde, kam Kritik an Macklemore auf. Ihm wurde unter anderem von der Organisation StopAntisemitism vorgeworfen, angeblich "anti-israelische Propaganda" zu verbreiten. Auf Instagram erklärte Macklemore, dass Sheeran sein Freund sei und sie deshalb in der vergangenen Woche einige "schwierige Gespräche" gehabt hätten; Gespräche verwurzelt in Liebe und Respekt füreinander, die aber in "fundamentaler Uneinigkeit" geendet seien. Er greift Sheeran nicht an, er könne aber nicht schweigen und Sheeran habe seine öffentlich unpolitische "Ich ergreife keine Partei"-Haltung nicht ablegen wollen.
Genau diese betont Sheeran nun in einem eigenen Beitrag, den er am 15. September ebenfalls auf der Social-Media-Plattform veröffentlicht hat. Der Brite schreibt, dass er "entsetzt über den Konflikt zwischen Israel und Palästina" und das Leid sowie der Schmerz auf beiden Seiten "eine menschliche Tragödie" sei. Er habe seine persönlichen Ansichten und nur weil er öffentlich nicht darüber spreche, heiße dies nicht, dass er diese nicht habe oder dass es ihm egal sei.
Laut Sheeran gebe es einen Grund dafür, dass er sich nicht politisch äußert. Er erreiche etwa viele junge Menschen, oftmals Kinder und wer zu seinen Shows komme, erwarte keine Politik. Der Sänger wolle seine Plattform als "Ort der Sicherheit und Zufluchtsstätte" verstanden wissen; als Ort der Diplomatie und offener Gespräche. Er habe über die vergangene Woche versucht, Brücken zu bauen und eine Lösung zu finden. Das sei ihm allerdings nicht gelungen.
Nach den Auftritten von Macklemore sei er von kommenden Veranstaltungsorten kontaktiert worden und ihm sei gesagt worden, dass die Shows nicht stattfinden könnten, sollte Macklemore dabei sein. Das Problem sei demnach, wie der Rapper einen Teil seiner Anschauung geäußert habe. Auch habe Sheeran mit Aktivistinnen und Aktivisten beider Seiten gesprochen. Eine Übereinkunft sei nicht möglich gewesen, die Entscheidung über einen Ausschluss von Macklemore habe festgestanden, sollte Sheeran auftreten wollen. Nicht er habe entschieden, sondern die Promoter und die Veranstaltungsorte.
Kein Maulkorb für Künstlerinnen und Künstler
Wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Statements von Sheeran hat sich auch Finneas eingeschaltet. Der Bruder von Billie Eilish sollte auf mehreren anstehenden Konzerten im November als Support auftreten. Er wird allerdings aus Protest nicht performen, wie er bei Instagram schreibt.
Künstlerinnen und Künstler dürften "nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie für Unterdrückte eintreten", äußert sich der Songwriter. "Ich habe beschlossen, meine geplanten Auftritte im Rahmen der Tournee mit Ed Sheeran abzusagen. Ich stehe an der Seite Palästinas und seiner Bevölkerung."
Auch die Band Beoga und der Singer-Songwriter Aaron Rowe haben angekündigt, aus Protest nicht mehr auf der US-Tour auftreten zu wollen. Beide Acts sprechen in Statements davon, zwar mit Sheeran befreundet zu sein, die Entwicklung aber nicht unterstützen zu wollen. An Orten zu spielen, "die jeden zum Schweigen bringen, der sich für ein freies Palästina einsetzt, ist für uns einfach keine Option", schreibt Beoga unter anderem. Denselben Schritt geht auch die dänische Band Lukas Graham. "Wir ziehen uns von den übrigen Konzerten zurück", heißt es in einem Statement.