Interview

"Eine Gänsehaut nach der anderen": Claudia Koreck erklärt ihren Sternstunden-Song

Claudia Koreck über die ungewöhnliche Entstehung von "Auf bessere Zeiten", dem Lied zu den diesjährigen BR-Sternstunden.
| Philipp Seidel
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Claudia Koreck wurde 1986 in Traunstein geboren. Sie singt auf bairisch und englisch, ihr aktuelles Album heißt "Auf die Freiheit".
Claudia Koreck wurde 1986 in Traunstein geboren. Sie singt auf bairisch und englisch, ihr aktuelles Album heißt "Auf die Freiheit". © Lena Semmelroggen

München - Haindlings Hans-Jürgen Buchner, Roger Rekless, Stefan Dettl von LaBrassBanda, Ami Warning, Karin Rabhansl, Hannes Ringlstetter ... - am Song "Auf bessere Zeiten", dem Lied zur diesjährigen Sternstunden-Aktion des Bayerischen Rundfunks, waren zahlreiche Größen der bayerischen Musikszene beteiligt. Den musikalischen Grundstein für den Song legte  Claudia Koreck.

AZ: Frau Koreck, das Sternstunden-Lied ist auf ungewöhnliche, nahezu zauberhafte Weise entstanden - Sie mussten eigentlich nur die Musik schreiben, oder?
CLAUDIA KORECK: Unsere Idee war, ein Lied mit möglichst vielen Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Bayern zu schreiben. Da wir uns ja nicht alle gemeinsam sehen durften, mussten wir uns etwas anderes ausdenken. Also haben mein Mann und Produzent Gunnar Graewert und ich ein musikalisches Grundgerüst entwickelt, in dem dann jeder Künstler Raum hatte für seine eigene Interpretation des Weihnachtsgedankens, von Sternstunden und diesem krassen Jahr im Allgemeinen.

Haben die Texte der vielen Beteiligten aus den diversen Genres wirklich auf Anhieb so gut zusammengepasst, obwohl es vorher keine Absprachen gab?
Es war tatsächlich magisch. Wir hatten eine Gänsehaut nach der anderen, als immer mehr Künstler ihren Part eingesungen und gespielt hatten und man spüren konnte, wie stimmig und sinnig das Lied werden würde. Diese Herangehensweise, einen Song zu schreiben, war tatsächlich ein großes Wagnis, aber das Ergebnis hinterlässt uns einfach sprachlos!

Claudia Koreck: "Auf bessere Zeiten" ist kein "Heile-Welt-Song"

Der Titel "Auf bessere Zeiten" passt in diesem Jahr nicht nur zum karitativen "Sternstunden"-Gedanken, sondern auch zum Corona-Jahr, das wir alle erleben. Welche Vorgaben hatten Sie für das Lied?
Wir hatten tatsächlich komplett freie Hand. Es war allen klar, dass es in diesem Jahr keinen "Heile-Welt-Song" geben wird, dazu sind die Zeiten viel zu stürmisch. Gunnars und mein Wunsch war es, mit dem Lied auch zu zeigen, wie engagiert und solidarisch die Künstler untereinander und füreinander sind. In einer Zeit, in der die ganze Kulturlandschaft brach liegt, haben trotzdem alle gesagt: Hey, lass uns was machen und damit die Not derjenigen sichtbar machen, die sich nicht selber helfen können. Die Not der Kinder.

Es ist ja auch erstaunlich, wie natürlich bairisch, hochdeutsch und englisch hier eine Einheit werden, zusammengehalten durch die bayerisch-bodenständige, warme Musik. Ganz ehrlich: Hätten Sie lieber alles auf Bairisch gehabt?
Nein, wir finden genau die vielen verschiedenen Farben ganz großartig. Jeder Künstler zeigt in dem Song genau, was ihn ausmacht und wofür er steht.Und niemand muss sich verstellen und etwas singen, was er nicht fühlt.

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Wie sind Sie an die Musiker gekommen, immerhin ein Großteil des Who-is-Who der bayerischen Szene?
Einige sind schon längere Weggefährten, wie Hans-Jürgen Buchner oder Barney Murphy, Stefan Dettl, Martin Schmitt oder Sebastian Horn. Andere wie Pam Pam Ida, Roger Rekless und Ami Warning kannten wir bisher nur aus den "Medien" und sind schon länger begeistert von deren Musik, so dass wir sie einfach angerufen haben und gefragt haben, ob sie Lust auf ein solches Projekt haben. Koordiniert hat dieses Riesenprojekt voller Hingabe Gunnar Graewert. Und dass einfach alle zugesagt haben, zeigt einmal mehr das große Herz unserer bayerischen Kulturszene.

Was werden Sie am Sternstunden-Tag machen?
Wir sind mit der ganzen Familie zu Gast in der großen Sternstundengala. Wir sprechen über das Lied, und es gibt zum ersten Mal das fertige Video zum Song zu sehen, und wir singen gemeinsam mit unseren Kindern Timmi und Lani ein Weihnachtslied.


BR-Fernsehen, 11. Dezember, 20.15 Uhr. Ein Tag im Zeichen der Nächstenliebe: Am Freitag berichtet der BR im Fernsehen, im Hörfunk und online über Aktionen und Hilfsprojekte für bedürftige Kinder und ruft zum Spenden auf. Ehrenamtliche Helfer und viele prominente Unterstützer nehmen die Spenden in München am Telefon entgegen. Unter 0137/10 10 200 kann man von 6 bis 23 Uhr spenden - und hat vielleicht einen Star wie Friedrich von Thun, Marianne Sägebrecht oder Ferdinand Hofer in der Leitung.

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