Ed Sheeran schmeißt Macklemore aus seinem Vorprogramm

Acht Auftritte hätte Macklemore noch im Vorprogramm von Ed Sheerans Stadiontour spielen sollen. Daraus wird nichts. Nach seinen Palästina-Statements auf der Bühne ist der Rapper gestrichen worden - und trotzdem zufrieden.
von  (mia/spot)
Ed Sheeran und Macklemore 2013 bei den MTV Video Music Awards 2013.
Ed Sheeran und Macklemore 2013 bei den MTV Video Music Awards 2013. © getty/[EXTRACTED]: Larry Busacca/Getty Images for MTV

Macklemore wird den Rest von Ed Sheerans "Loop Tour" nicht mehr begleiten. Der Rapper sei aus dem Vorprogramm der verbleibenden US-Termine gestrichen worden, wie der Rapper am Montag mit einem langen Statement auf Instagram mitteilt. Acht Auftritte standen noch im Kalender, der nächste in Philadelphia.

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Hintergrund sind die wiederholten Äußerungen des 43-Jährigen zum Krieg in Gaza auf der Bühne. Auch seine beiden Auftritte am 4. und 5. September in Ed Sheerans (35) Vorprogramm im MetLife Stadium in New Jersey nutzte Macklemore, um unter anderem "Free Palestine" ins Stadion zu rufen. Während seines Protestsongs "Hind's Hall" zeigte er zudem Bilder der Zerstörung durch israelische Militärangriffe in Gaza. Daraufhin wurden Forderungen laut, ihn aus dem Line-up der Tour zu streichen.

Am Montagmorgen meldete sich Macklemore auf Instagram zu Wort. Er und Sheeran hätten in der vergangenen Woche "einige schwierige Gespräche" geführt, Gespräche, "die in Liebe und Respekt füreinander wurzeln und trotzdem an einem Punkt fundamentaler Uneinigkeit enden".

Sheeran selbst greift er nicht an. "Aber wie ich Ed am Telefon mehrfach gesagt habe: Unsere Freundschaft kann nichts an meiner Verantwortung ändern, die Wahrheit über das zu sagen, was passiert ist."

Ein Ultimatum der Stadien

Macklemore bringt auch den Namen des US-amerikanischen Unternehmers Robert Kraft ins Spiel. Dessen Kraft Group gehört das Gillette Stadium bei Boston, eine Tourstation. Sheeran habe ihm von einem Telefonat mit Kraft erzählt. "Ed sagte mir, Kraft habe gesagt, ich dürfe in seinem Stadion nicht auftreten", so Macklemore. Kraft habe zudem "einige der anderen Stadionbesitzer um sich geschart, und gemeinsam hätten sie ihm ein Ultimatum gestellt: Wenn Macklemore auf der Tour bleibt, dürft ihr nicht in unseren Hallen spielen."

Sheeran, der sich politisch kaum je äußert, sei dadurch in eine "beschissene Position" geraten. Der Sänger hat sich bislang nicht geäußert.

Kraft lädt Macklemore zum Gespräch ein

Kraft hat sich inzwischen selbst geäußert. Gegenüber "NBC News" bestätigte er, dem Rapper das Gillette Stadium verwehrt zu haben, das "ein einladendes Umfeld für alle Gäste" sein solle. Ausschlaggebend seien die Auftritte im MetLife Stadium gewesen, dazu eine "umfassendere Geschichte von Rhetorik und Bildsprache, die aus unserer Sicht für die jüdische Gemeinschaft tief verletzend und beleidigend war". Kraft, der jüdisch ist und 2019 eine Stiftung gegen Antisemitismus gründete, würde ein Gespräch begrüßen: "Letztlich haben wir dasselbe Ziel: Frieden für alle Menschen, ein Ende des Leids und ein Ende jeden Hasses."

Druck kam auch von Organisationen. StopAntisemitism warf Macklemore auf Instagram vor, Fans mit "anti-israelischer Propaganda" zu "überfallen", der Israeli American Council forderte seinen Ausschluss und fragte, "wo die Grenze gezogen werden sollte, wenn ein Vorprogramm eine globale Konzertbühne nutzt, um eine einseitige politische Agenda voranzutreiben".

Auch Sängerin Pink verbreitete den Beitrag von StopAntisemitism weiter. Nach Anfeindungen sagte sie später: "Ich habe nie darum gebeten, dass ein anderer Künstler zum Schweigen gebracht wird, und ich bitte auch jetzt nicht darum." Sie wolle als jüdische Mutter sagen können, dass ihr die Auftritte Angst gemacht hätten, ohne dass diese Angst als Propaganda abgetan werde.

Veranstalter warnt vor Komplettabsage

Die Messina Touring Group bestätigte die Trennung gegenüber "Rolling Stone". Spielorte hätten mitgeteilt, kein Konzert mit Macklemore im Line-up zuzulassen. Andernfalls hätte die Tour komplett abgesagt werden müssen, was "Hunderttausende Fans" betroffen hätte.

Auf die Kritik an seinen Äußerungen geht Macklemore in seinem Instagram-Statement auch ein. Sheeran habe ihm berichtet, mehrere Menschen hätten die palästinensische Flagge und die Worte "Free Palestine" als "verletzend" empfunden. Für den Rapper aber gebe es "keine neutrale Position zwischen dem Unterdrücker und dem Unterdrückten."

"Ich brauchte keine zehn Shows"

Seine Entscheidung würde er wieder so treffen. Trotzdem hoffe er, es sei nicht das Ende seiner Freundschaft mit dem Sänger. Seine Tür sei für weitere Gespräche immer offen. Am Ende zieht er eine eigene Rechnung: "Ich brauchte keine zehn Shows von Ed. Ich brauchte zwei. Zwei Gelegenheiten, vor 90.000 Menschen zu stehen und die Worte zu sagen, die irgendwie zu gefährlich geworden sind: Free Palestine."

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