Dream Theater – die Bildermaschine
Bombastische Klangmauern à la Wagner, verquere Fusion-Elemente, deftige Hardrock-Passagen und sphärische Gitarrenausflüge – so zelebriert die New Yorker Band Dream Theater ihren Progressive Metal. Dass sie dabei mit ihrem zwölften Studioalbum, nach dem Namen der Gruppe benannt, ziemlich weit in die Vergangenheit geht, überrascht zwar ein bisschen, stört aber überhaupt nicht. Jedenfalls nicht die begeisterten Fans im fast ausverkauften Zenith.
Mit etwas Fantasie erkennt man fast all die Vorbilder, die Dream Theater beeinflusst haben mögen: So klingt John Petruccis Gitarre manchmal verdächtig nach Pink Floyd; zudem darf man sich an Emerson, Lake & Palmer erinnern, an Yes und an die frühen Genesis. Doch die Grammy-Gewinner sind weit weg von Adaptionen oder gar Plagiaten, sie bauen stets ihren eigenen Sound. Und dazu gehört auch ein fast schon übertrieben dimensioniertes Schlagzeug-Set von Drummer Mike Mangini, der mit Bassist John Myung den harten Unterbau liefert.
Die Kompositionen sind alle episch breit angelegt; so dauert „Beyound The Veil“ gefühlte zehn Minuten – die anderen Songs wie „Surrender To Reason“ nicht viel weniger. Das erfüllt den Anspruch, Bilder im Kopf zu erzeugen. Dass dabei live noch jede Menge intelligent gemachter Videoschnipsel helfen, erleichtert die Reise ins Klangwunderland noch um einiges. Faszinierend.
- Themen:
- Zenith Halle