Depeche Mode kommen ins Olympiastadion

Ihre Deutschlandtournee starten die britischen Superstars am 1. Juni 2013 im Münchner Olympiastadion
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Die Mitglieder von Depeche Mode, Martin Lee Gore (links),  Dave Gahan and Andrew Fletcher
Die Mitglieder von Depeche Mode, Martin Lee Gore (links), Dave Gahan and Andrew Fletcher

Das neue Album wird produziert, die Tourdaten stehen. Die britische Popband Depeche Mode ist zurück. In Paris sprach Sänger Dave Gahan (50) über Motivation, Musik und Politik.

Wie arbeitet Dave Gahan?

Gahan: „Ich habe 16 Stunden Voicememos auf meinem Handy. Mal sind es kleine Ideen, oder ich bekomme Gitarrenlines geschickt. Und dann singe ich direkt auf das Handy. Deswegen habe ich all diese kleinen Aufnahmen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele sind. Ich bin sicher, 15 Stunden sind Mist.“

Wie motivieren sich Depeche Mode nach all den Jahren des Erfolg?

„Ich habe immer noch diese Sehnsucht, ein Teil der Welt, des Universum, des Lebens zu sein. Durch die Musik habe ich das Gefühl, all dem ein wenig näherzukommen. Ich habe meinen Horizont sehr viel weiter geöffnet. Das hat mich dazu gebracht, wieder mit der Band zusammenzukommen und auch ein paar Songs von mir aufzunehmen.“

Wie kam es zum neuen Album?

„Martin (Gore) hat mir sein Demomaterial geschickt, er hat da ein paar tolle Songs geschrieben. Ich hab dann überlegt, wie ich mich selbst in diese Songs reinfinde. Es ist immer eine Herausforderung.“

Welche Songs kommen auf das noch namenlose Album?

„Wir haben 20 Songs aufgezeichnet. Es kommen vielleicht zwölf auf das Album, die letzte Auswahl wird schwierig werden. Als Martin und ich das Studio am Freitag (19.10.) verließen, sagten wir: Das war von Anfang bis Ende eine lange Reise. Da werden auch Songs ohne Hit-Potenzial dabei sein. Weil wir etwas machen wollen, das als ein Stück insgesamt funktioniert – wie bei alten Konzeptalben. Ich weiß, dass nicht mehr viele Menschen Musik auf diese Weise hören.“

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Was macht Sie zu diesem großen Performer auf der Bühne?


  „Viele Jahre habe ich gedacht, Alkohol und Drogen würden mir helfen, zu performen und als Künstler bis an die Grenze zu gehen. Aber dann war ich am Ende einfach nur leer. Ich bin in diesem Jahr 50 geworden, es fühlt sich gut an. Ich versuche einfach, präsent zu sein und diese tollen Dinge zu genießen, die mir immer noch passieren in meinem Leben. Wenn ich auf der Bühne bin, fühle ich mich als Teil des Universums. Musik ist ein verrücktes Ding, das so was ermöglicht.“

Gibt es ein Comeback von Ex-Bandmitglied Alan Wilder?

 „Wir haben bei einer Tour in London zusammen gespielt. Es war fantastisch. Als er ging (1995), war das für uns eine komische Sache. Ich wünschte, er hätte das nicht getan, weil er auch andere Projekte hätte machen können wie Martin oder ich – und wir kommen immer wieder zurück. Es bereichert uns für das, was wir dann im Studio machen. Aber: Alan hat sich weiterentwickelt. Und wir haben uns weiterentwickelt.“


In den USA wird gewählt – interessiert Sie das?


„Ich habe mir die Debatten (zwischen Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney) angeschaut, nur die letzte habe ich leider verpasst. Ich hoffe, wir bekommen noch vier weitere Jahre mit Obama. Ich glaube, er ist ein wunderbarer Mann, was für einen Job, den er da übernehmen musste. Ich finde das heute alles viel interessanter als früher, als ich 30 war. Ich denke darüber jetzt mehr nach. Meine Kinder sollen positive Sachen machen. Vielleicht nicht unbedingt alles verändern. Aber etwas, das das Leben aufwertet - und nicht zerstört.“

Depeche Mode spielen am 1. Juni 2013 im Münchner Olympiastadion

 

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