"Wunderschöner freier Tag in München": ZDF cancelt Igor Levit und Danger Dan

Der HipHopper erklärt auf Facebook, der Sender habe einen gemeinsamen Auftritt in der Sendung "Die Anstalt" gestrichen. Wie das ZDF die Entscheidung verteidigt.
von  Robert Braunmüller
Danger Dan (re.) und der Pianist Igor Levit beim Konzert "Jamel rockt den Förster" in dem kleinen Dorf Jamel bei Wismar. Das bundesweit bekannte Festival ist ein Zeichen für zivilgesellschaftliches Engagement gegen die starke Neonaziszene des Ortes.
Danger Dan (re.) und der Pianist Igor Levit beim Konzert "Jamel rockt den Förster" in dem kleinen Dorf Jamel bei Wismar. Das bundesweit bekannte Festival ist ein Zeichen für zivilgesellschaftliches Engagement gegen die starke Neonaziszene des Ortes. © Jens Büttner (dpa-Zentralbild)

"Wir hatten gestern einen wunderschönen freien Tag in München, allerdings etwas unverhofft", schreibt Danger Dan auf Facebook. Er sei mit dem Pianisten Igor Levit eingeladen gewesen, um in der ZDF-TV-Sendung "Die Anstalt" ein antifaschistisches Lied zu spielen. Ganz kurz vor der Aufzeichnung habe allerdings die ZDF-Intendanz ihr Veto gegen unseren Auftritt eingelegt.

"Eine offizielle schriftliche Begründung für unsere Ausladung haben wir leider bislang nicht erhalten, aber natürlich hat dieses Auftrittsverbot einen politischen Hintergrund", schreibt Danger Dan. "Das Lied, das wir spielen wollten, lag dem ZDF schon seit Wochen vor, und auch der hauseigene Justiziar hatte unseren Informationen nach schon grünes Licht gegeben."

Ein autoritärer Akt

Auch von Seiten der Sendung "Die Anstalt" habe es Proteste gegen die Ausladung gegeben. Man wolle in der Ausgabe am kommenden Dienstag darauf eingehen.
"Dieser Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit ist skandalös", so Danger Dan weiter. "

Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autoritär in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begründung verweigert, das erschüttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt."

Der Musiker Danger Dan und der Klassik-Pianist Igor Levit.
Der Musiker Danger Dan und der Klassik-Pianist Igor Levit. © Jens Büttner (dpa-Zentralbild)

Das ZDF erklärt, das Lied könne als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. "Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF". Bei der Vorbereitung der Sendung habe eine intensive redaktionelle Bewertung ergeben, dass dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Live-Performance auf der Bühne nicht aufzulösen sei. "

Vor diesem Hintergrund hat sich das ZDF dazu entschieden, sich zeitnah dokumentarisch-journalistisch mit dem Lied von Danger Dan zu befassen und an einer anderen Stelle im Programm aufzuarbeiten."

Danger Dan berichtet auf Facebook, bereits bei dem Song "Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt" habe es Ärger mit dem ZDF gegeben. Jan Böhmermann habe später in seinem Podcast erzählt, dass es der einzige Moment in seinem Leben war, in dem er jemanden anschreien musste.

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