Das plant Valery Gergiev in seiner ersten Saison

Mahler, Wagner und Schostakowitsch: Valery Gergievs Pläne für seine erste Saison bei den Münchner Philharmonikern
| Robert Braunmüller
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Er hört zu und wir hören Valery Gergiev zu.
dpa Er hört zu und wir hören Valery Gergiev zu.

Mahler, Wagner und Schostakowitsch: Valery Gergievs Pläne für seine erste Saison bei den Münchner Philharmonikern

"Die russische Musikkultur hat ihn geprägt“, sagt Philharmoniker- Intendant Paul Müller über Valery Gergiev, seinen künftigen Chefdirigenten. „Aber seine Orientierung ist international.“ Diese Mischung bestimmt die Programme seiner ersten Saison.

Gergiev beginnt seine Amtszeit am 17. September mit Gustav Mahlers Auferstehungs-Symphonie. Ein starker, durchaus programmatisch gemeinter Einstieg. Dann studiert er in rascher Folge weitere Programme ein, die russische Symphonik mit deutscher Musik zusammenbringen. Er dirigiert Brahms und Bruckner, aber auch die zweite Symphonie des „bayerischen Schostakowitsch“ Karl Amadeus Hartmann.

Kraftakte

Einen echten Kraftakt risktiert der Mann aus dem Kaukasus ab 11. November: Da stehen der erste Akt von Wagners „Walküre“, Skriabins „Prometheus“, ein Werk von Lutoslawski und Schönbergs „Begleitmusik zu einer Lichtspielszene“. Und das alles in einem Konzert.

Der bei der Vorstellung des Programms abwesende Chefdirigent hat noch ein starkes Ass im Ärmel, das er im Mai persönlich vorstellen wird. Am Ende seiner ersten Spielzeit dirigiert er auf dem Odeonsplatz unter anderem die „Rosenkavalier“-Suite nach Richard Strauss und das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowsky. Solist ist Daniil Trifonov, der gegenwärtig die Klavierwelt in Ekstase versetzt.

Eine Type

Der Solo-Cellist und Orchestervorstand Stephan Haack freut sich auf den neuen Chefdirigenten: „Er ist einfach eine Type. Es macht Spaß, mit ihm zu reden und zu diskutieren.“ Müller hofft, dass die Konzerte zum Dialog beitragen: „Die schlechteste Situation ist dann erreicht, wenn Menschen und Nationen nicht mehr miteinander reden.“

Gergiev dirigiert insgesamt 12 verschiedene Programme und reist mit dem Orchester der Stadt unter anderem nach Asien, Spanien und Nordeuropa. Als Gastdirigenten kehren Semyon Bychkov, Gustavo Gimeno, Zubin Mehta, Paavo Järvi und Kent Nagano zurück. Ihre Programme strecken vorwitziger als früher ihre Fühler weit in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts hinein. Ein Knüller könnte ein Programm werden, in dem die Sopranistin Barbara Hannigan nicht nur Bergs „Lulu“-Suite singt, sondern auch die Philharmoniker selbst dirigiert.

Die Türen offenhalten

Natürlich wurde auch das Dauerthema Konzertsaalneubau gestreift. Haack glaubt, dass er irgendwann wohl kommen wird. Aber für ihn ist es wichtiger, den Gasteig für die Bedürfnisse jüngerer Besucher zu optimieren: Die Philharmoniker sind als Orchester der Stadt an das Kulturzentrum am Isarhochufer gebunden. „Und wir möchten hier für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks die Türen offenhalten.“

Falls es doch zur Zwillingslösung für beide Orchester im Gasteig käme, wären die Philharmoniker bereit, ihr Erstbelegungsrecht aufzugeben. Haack ist offen für Gespräche. Das Klima der beiden Orchester untereinander sei kollegialer, als es zuletzt den Eindruck hatte: Philharmoniker helfen öfter beim BR aus und umgekehrt. Und eins ist Haack besonders wichtig: „Wir waren nie gegen einen Neubau.“

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