Coldplay in München: Zündet die Sternderlkanonen!

Exklusiv und funkelnd: Coldplay spielen in der BMW-Welt vor 1500 Zuschauern eine ziemlich perfekte Show. Die AZ-Kritik, die Bilder.
| Christian Pfaffinger
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Das Konzert war binnen kürzester zeit ausverkauft. 1500 Fans durften rein.
BMW AG 7 Das Konzert war binnen kürzester zeit ausverkauft. 1500 Fans durften rein.
Chris Martin, Frontmann der Band, rief: "Dieser Auftritt ist wie Crack für uns!"
BMW AG 7 Chris Martin, Frontmann der Band, rief: "Dieser Auftritt ist wie Crack für uns!"
Genuss für die Zuhörer: Das Auditorium der BMW-Welt hat eine weit bessere Akustik als die meisten (Pop-) Konzerthallen dieser Stadt.
BMW AG 7 Genuss für die Zuhörer: Das Auditorium der BMW-Welt hat eine weit bessere Akustik als die meisten (Pop-) Konzerthallen dieser Stadt.
Coldplay mischten alte Hits mit den Songs des aktuellen Live-Albums "Ghost Stories".
BMW AG 7 Coldplay mischten alte Hits mit den Songs des aktuellen Live-Albums "Ghost Stories".
Weicher, fließender Gesang: Chris Martin singt in München makellos.
dpa 7 Weicher, fließender Gesang: Chris Martin singt in München makellos.
Guy Berryman, der Bassist der britischen Band Coldplay.
dpa 7 Guy Berryman, der Bassist der britischen Band Coldplay.
Bei der letzten Zugabe „Christmas Lights“ passiert Chris Martin am Ende doch noch ein Schnitzer. Aber: halb so wild.
dpa 7 Bei der letzten Zugabe „Christmas Lights“ passiert Chris Martin am Ende doch noch ein Schnitzer. Aber: halb so wild.

Exklusiv und funkelnd: Coldplay spielen in der BMW-Welt vor 1500 Zuschauern eine ziemlich perfekte Show. Die AZ-Kritik, die Bilder

München - Die Sterne fallen vom Himmel, weiß wie Schneeflocken, leicht und langsam, legen sich auf Frisuren, gleiten in Hemdkrägen und Ausschnitte, bleiben an verschwitzten Armen kleben. Coldplay haben gerade den Himmel geöffnet und eine Runde Glücksmomente spendiert. Viva la vida!

Es sind etwa 1500 Zuschauer in der BMW-Welt, die das Leben hochleben lassen. Muss man auch, wenn man ein Ticket für dieses Konzert bekommen hat. Nur sechs Konzerte haben die Briten dieses Jahr gegeben, dieses ist das siebte und letzte. Vier Wochen vorher wurde es angekündigt, innerhalb von Sekunden war es ausverkauft. Als Abschluss ihrer Promo-Tour für ihr neues Live-Album geben sich Coldplay in München die Ehre – und spielen eine ziemlich perfekte Show.

Überpünktlich schmust sich die Band mit „Always in my Head“ in das Set. Gekreische. Wenig später: „Magic“. Weiße Leuchtsterne über der Bühne beginnen zu funkeln. Die Band steht zwischen weihnachtlich geschmückten Sträuchern, die Lichtshow ist makellos choreographiert, Laser-Flächen malen Wolken über die Köpfe der Zuschauer.

Coldplay mischen durch: Sie spielen die Songs ihres aktuellen Albums „Ghost Stories“ und schieben immer wieder einen Hit dazwischen. Das Publikum dankt es ihnen. Am Ende von „Viva la vida“ singt die Menge weiter, während Sänger Chris Martin lächelnd am Boden liegt und erst als das „Oooooh“ langsam verhallt, ein „Dankeschön“ ins Mikro flüstert.

Martin trägt das Konzert mit seiner Stimme, die so weich zwischen Falsett und Brustton hin und hergleitet wie zerlassene Butter in der Pfanne. Einmal hält er seine Hände beschwörend über die Laser, sein Abbild auf der großen Bühnenleinwand wirkt surreal. Ein weiterer Teil eines vielschichtigen Bühnenbilds, in das auch die Zuschauer eingebaut werden. Sie sehen sich selbst auf der Leinwand, auf der neben kunstvollen Visuals immer wieder auch ein bruchfrei geschnittenes Live-Video der Show zu sehen ist.

Und dann der Sound: Das Auditorium der BMW-Welt hat eine weit bessere Akustik als die meisten (Pop-) Konzerthallen dieser Stadt. Coldplay klingen untenrum klar und knallig, obenrum knusprig und transparent. Auch ziemlich perfekt.

Nach exakt 60 Minuten ist das Set vorbei. Als Schmachtzugabe gibt es das wunderbare „Fix you“, als Rave-Zugabe danach das schreckliche „A Sky full of Stars“, das eigentlich grob peinlich ist. Den meisten Zuschauern ist das egal: Sie hopsen, fuchteln und verbiegen sich mit entwaffnender Leidenschaft. Da zünden Coldplay die Sternderlkanonen, es flattert und funkelt, es sieht umwerfend aus. Die Sterne legen sich auf den Boden wie der erste Schnee des Jahres.

Bei der letzten Zugabe „Christmas Lights“ passiert Chris Martin am Ende doch noch ein Schnitzer. Er verspielt sich am Klavier. Und das gleich zweimal. Er flucht. „Das ist das Ende der Show“, ruft er. „Was für ein furchtbares Ende.“ Ach, Herr Martin, grämen Sie sich nicht – so insgesamt betrachtet hat’s scho basst.

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