Blues-Legende B.B. King ist tot

Mit seinem Staccato-Picking-Stil und seiner kraftvollen Stimme prägte er die Bluesmusik: Gitarren-Legende B.B. King ist nach längerer Krankheit mit 89 Jahren in Las Vegas verstorben.
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B. B. King beim Sunset Festival in Zürich.
dpa 7 B. B. King beim Sunset Festival in Zürich.
King 2009 beim Montreux Jazz Festival.
dpa 7 King 2009 beim Montreux Jazz Festival.
Ehrung vom US-Präsidenten: George W. Bush überreicht King 2006 die Medal of Freedom.
dpa 7 Ehrung vom US-Präsidenten: George W. Bush überreicht King 2006 die Medal of Freedom.
B. B. King bei einem Konzert in Bonn.
dpa 7 B. B. King bei einem Konzert in Bonn.
Der Blues-Legende ein Denkmal gesetzt. B. B. King vor seiner Statue in Montreux.
dpa 7 Der Blues-Legende ein Denkmal gesetzt. B. B. King vor seiner Statue in Montreux.
Weitere Bilder von Blues-Legende B. B. King
dpa 7 Weitere Bilder von Blues-Legende B. B. King
Weitere Bilder von Blues-Legende B. B. King
dpa 7 Weitere Bilder von Blues-Legende B. B. King

Las Vegas – Der "Blues Boy" beherrschte die elektrische Blues-Gitarre und vor allem seine Lucille wie kein Zweiter. Neben Albert King und Freddie King war er einer der "drei Kings des elektrischen Blues". Am Donnerstag  ist B. B. King übereinstimmenden Medienberichten zufolge im Alter von 89 Jahren in Las Vegas verstorben. Die Berichte berufen sich auf eine Mitteilung von Kings Anwalt Brent Bryson. Kings Tochter hat dem US-Sender CNN inzwischen den Tod ihres Vaters bestätigt.

King war seit längerer Zeit immer wieder wegen Dehydrierung aufgrund seiner Diabeteserkrankung im Krankenhaus behandelt wordeni. Später wurde dann in häusliche Hospzpflege übergeben.

 

Mit "Lucille", wie er seine Gitarren liebevoll nannte, spielte und sang der schwarze Amerikaner den Blues so, wie er ihn als Kind im Mississippi-Delta gehört hat. Nur eins übertreffe "Lucille", gestand der "König des Blues" seinem Biografen: "Richtiger Sex mit einer richtigen Frau".

Seine beiden Ehen scheiterten, vor allem wohl, weil er immer auf Achse war. 15 Kinder soll er gezeugt haben, mit 15 verschiedenen Frauen, nicht ein einziges ehelich. "Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu den Müttern meiner Kinder - vorher, währenddessen und hinterher", prahlte der Schwerenöter.

Obwohl Blues, die Urform des Jazz, sein Leben war, machte es ihm zu schaffen, "nur" als Bluesmusiker geschätzt zu werden. "Blues-Sänger zu sein ist so, als ob man gleich zwei Mal schwarz wäre", heißt es in seiner Biografie ("B.B. King: Ein Leben mit dem Blues"). Mit Bewunderung blicke er zu Jazz-Kollegen wie Dizzy Gillespie, Miles Davis und Charlie Parker auf. Wie sie spielen, gehe schlicht über seinen Horizont. "Blues ist eine einfache Musik", sagte er, "und ich bin ein einfacher Mann."

Geboren wurde Riley B. King am 16. September 1925 als Sohn armer Plantagenarbeiter in Indianola (Mississippi). Sein Vater verlässt die Familie, als er vier ist. Die Mutter stirbt bald darauf. Schwere Feldarbeit hilft dem Jungen zu überleben. Er singt in Gospelchors, bringt sich selbst das Gitarrespielen bei und zieht schließlich für ein paar lausige Dollar von einer Südstaaten-Kaschemme zur anderen.

Den kraftvollen Anschlag aus dem Handgelenk und die langen Läufe, die seine Gibson zum Jauchzen bringen, hatte King schon ganz gut drauf, als er Ende der 40er Jahre nach Memphis ging. Dort engagierte man ihn als den "Blues Boy" für eine Radio-Show. Aus "Blues Boy" wurde B.B. - King hieß er ja sowieso schon.

Und den Titel "The King of the Blues", den er sich selbst mit einem gleichnamigen Album zulegt, macht ihm spätestens seit 1987 keiner mehr streitig: 62-jährig erhielt B.B. King den Lebenswerk-Grammy. Dass er sein Repertoire auch ein Vierteljahrhundert später noch anreichern würde, ahnte damals niemand.

Den Durchbruch hatte King schon Ende der 60er Jahre mit seiner Erfolgsnummer "The Thrill Is Gone" geschafft. Über Nacht wollte alle Welt seinen Blues hören. King wurde zur Gartenparty der britischen Queen eingeladen, zum Empfang im Weißen Haus. Schwedens König Carl XVI. Gustaf verlieh ihm den vornehmen Polar-Musikpreis. US-Präsident Barack Obama lud die Musiklegende 2012 zusammen mit Mick Jagger und anderen Blues- und Rockgrößen in seine Washingtoner Residenz ein.

Ohne B.B. King hätte der Blues vielleicht nie das Image der Arme- Schlucker-Musik aus den Schwarzen-Ghettos abgestreift. Er beobachtete derweil mit wachsender Irritation, wie sich die Jugend für Rock'n'Roll begeisterte. Als Außenseiter fühlte er sich auch, als der Soul aufkam. Später grämte er sich, dass die HipHop-Generation "leider oft kein Interesse am echten Blues" habe. Dabei hatte er viele Bewunderer, darunter Eric Clapton und John Mayall. Auch John Lennon sagte einmal, er würde gern Gitarre spielen können wie B.B. King.

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