"Baller-Techno" statt Stand-up: Felix Lobrecht hebt als Azzel 447 ab
Wenn der Love Family Park am 25. und 26. Juli sein 30-jähriges Bestehen feiert, steht auf dem Line-up ein Name, der so gar nicht nach Berghain-Stammgast klingt: Felix Lobrecht (37). Der Comedian und Podcaster legt beim Techno-Open-Air im Frankfurter Rebstockpark auf und reiht sich zwischen Szenegrößen ein, mit denen ihn vor zwei Jahren noch niemand auf einem Plakat vermutet hätte.
Unter seinem Künstlernamen Azzel 447 spielt Lobrecht in Frankfurt ein sogenanntes Back to Back, kurz B2B, mit dem Schweizer DJ Ueberrest. Das Programm zum Jubiläum ist ohnehin prominent bestückt: Techno-Legenden wie Sven Väth und Ricardo Villalobos treffen auf aktuelle Hochkaräter wie Charlotte de Witte, Solomun und I Hate Models. Dass ein Stand-up-Komiker das Feld komplettiert, dürfte bei vielen für Gesprächsstoff sorgen.
Vom Witz zum Beat
"Gemischtes Hack"- und Lobrecht-Fans haben die musikalische Reise mitbekommen, auf der sich der Comedian seit einem guten Jahr befindet. 2025 machte Lobrecht auch mit einem eigenen Instagram-Account öffentlich, dass er sich künftig verstärkt dem Musikmachen widmen und eigene Techno-Tracks produzieren wolle. Den Einstieg in die Szene verdankt Lobrecht nicht zuletzt einem guten Bekannten: Max Kobosil. Der 1991 wie Lobrecht in Berlin-Neukölln aufgewachsene Produzent zählt zu den einflussreichsten Techno-DJs Deutschlands und ist Gründer der "R Label Group" sowie der "44 Label Group".
Dort veröffentlichte Lobrecht im August 2025 auch seinen ersten Track "Quietsch" unter dem Namen Azzel 447, es folgte "Komm" gemeinsam mit der Rapperin Juju 44. Letzterer sammelte auf Spotify bereits über eine Million Streams.
Wie holprig die ersten Gehversuche am Pult waren, hat Lobrecht selbst geschildert. Bei der Afterparty des "44 Label Festivals" im Junkyard Karlsruhe durfte er zu Beginn von Ueberrests Set im Club GOTEC zwei eigene Tracks auf der Main Stage spielen.
"Ich hatte panische Angst"
Im Podcast "Gemischtes Hack", erzählte der 37-Jährige: "Ich habe mich kurz vorher noch gefragt, ob ich das machen soll. Auf der anderen Seite wollte ich unbedingt wissen, ob es funktioniert und es hat so Spaß gemacht." Allein war er dabei nicht: "Ich kann das alles ja noch gar nicht bedienen", räumte er ein.
Die Nervosität blieb trotzdem. "Ich hatte panische Angst", so Lobrecht. Immer wieder habe er sich ausgemalt, einen falschen Knopf zu drücken und den Song versehentlich neu zu starten. "Er hat mir alles erklärt, aber irgendwann haben wir uns geeinigt, dass er alles Wichtige macht und ich nur ein bisschen an den Tiefen drehe."
Festival-Saison als Techno-DJ gestartet
Inzwischen klingt das deutlich selbstbewusster. Mitte Juni 2026 stand Lobrecht beim Hive-Festival auf der Bühne, erneut Seite an Seite mit Ueberrest, und hatte diesmal mehr zu tun als nur die Tiefen zu bedienen. Auf Instagram bedankte er sich danach überschwänglich für das "crazy gute Feedback" und zeigte sich überwältigt: Tausende Menschen in der Hitze zu ausschließlich selbst produzierten Tracks tanzen zu sehen, sei "ein surreal geiles Feeling".
Dankbar äußerte er sich auch über die warmherzige Aufnahme in der Szene und die Chance, die ihm die "44 Gang" ermögliche. Und die Festivalsaison hat gerade erst gestartet für Lobrecht: Ende Juli legt Azzel 447 beim Open Beatz in Nürnberg auf, im August folgt ein Auftritt beim SonneMondSterne, dem größten Elektro-Festival Thüringens. Und dann eben Frankfurt.
Dass Lobrecht gerade so viel Energie in die Musik stecken kann, hat auch einen praktischen Grund: Sein Podcast "Gemischtes Hack" befindet sich aktuell in der Sommerpause. Die sieben Sommerfolgen, die seit dem 16. Juni laufen, produzierten er und Tommi Schmitt auf einer Finca in Italien vor.
Das Format, das die beiden seit 2017 wöchentlich veröffentlichen, ist eine Erfolgsgeschichte für sich. Laut den historischen Allzeit-Rankings von Spotify ist "Gemischtes Hack" der zweitmeistgestreamte Podcast der Welt - global nur knapp hinter der US-Show "The Joe Rogan Experience". Im deutschsprachigen und europäischen Raum bricht das Duo aus Comedian und TV-Moderator seit Jahren alle Rekorde.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
- Themen:
