A-Cappella Quintett Pentatonix begeistert München

Beethoven und Justin Bieber: Das amerikanische A-Cappella Quintett „Pentatonix“ begeistert im ausverkauften Zenith die Münchner.
| Michael Stadler
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Fünf Sänger, fünf Noten: Penatonix liehen sich ihren Namen von der pentatonischen Tonleiter, die nur fünf Noten umfasst.
Jens Niering Fünf Sänger, fünf Noten: Penatonix liehen sich ihren Namen von der pentatonischen Tonleiter, die nur fünf Noten umfasst.

Beethoven und Justin Bieber: Das amerikanische A-Cappella Quintett Pentatonix begeistert im ausverkauften Zenith

Der Rückblick auf die eigene Erfolgsgeschichte mag früher noch jenen Stars vergönnt gewesen sein, die schon ein paar Dekaden Pop-Arbeit auf dem Buckel haben. Heute guckt man schneller zurück: So lassen die Pentatonix recht früh während ihres Konzerts ihre nicht mal sechs Jahre währende Karriere hinten auf der Leinwand Revue passieren: Es begann mit drei Kindheitsfreunden in Arlington, Texas, die sich zusammentaten, um für einen Radio-Wettbewerb Lady Gagas „Telephone“ zu covern. 2011 gewannen sie, dann schon zu fünft, die dritte Staffel der NBC-Casting-Show „The Sing-Off“. Mittlerweile unterhält das A-Cappella-Quintett einen eigenen Youtube-Channel mit 7,9 Millionen Abonnenten. Allein ihr Medley von Daft-Punk-Songs zählt bis dato 130 Millionen Views und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. In den Charts sind sie öfters oben. Was kann da noch kommen?

Ein Erfolgsrezept

Einiges, sicherlich. Aus dem Kesselhaus durften sie schon mal wegen hoher Nachfrage ins Zenith umziehen und unterhielten rund 5700 Zuschauer, querbeet durch alle Altersklassen. Dabei vornehmlich mit A-Cappella-Gesang, was sie zum Ausnahmephänomen macht, sieht man einmal davon ab, dass das Kölner Quintett Wise Guys derzeit noch größere Säle füllt. Das Erfolgsrezept der Pentatonix liegt darin, dass sie aktuelle Hits in komplexen Fünfer-Arrangements covern und auch das Prinzip Medley maximal potenzieren. Besonders furios ist ihre „Evolution of Music“, ein rasant gesungener Querschnitt durch die Musikgeschichte, bei dem sie um die 25 Melodien, inklusive Beethovens Fünfter, „La Bamba“ und Justin Biebers „Baby“, durch den Pentatonix-Wolf drehen.

Auf Facebook geht die Show weiter

Live klingt das exakt genauso wie in den Videos, die Show verläuft so glatt wie ein Baby-Popo. Ecken und Kanten wird man vielleicht eines Tages vermissen. Momentan beeindrucken die ständigen Wechsel der Tempi und die Perfektion des Gesangs: In welche warmen Bergwerkstiefen Avriel Kaplan mit seinem Bass steigen kann, wenn er nicht gerade rhythmische Sounds beisteuert. Wie virtuos Beatboxer Kevin Olusola in seinem Solo „Julie-O“ Cello-Spiel mit Mouth-Percussion zu verbinden weiß. Und wie makellos der muskulöse Bariton Scott Hoying, der quirlige Countertenor Mitchell Grassi und die engelhafte Mezzosopranistin Kirstie Maldonado ihren Gesang über die Beats flechten.

Was es an Showeinfällen gibt, haben sie schon intus: Sie lassen das Publikum mitsingen, sie gehen einmal hautnah durch die Menge, sie holen eine Zuschauerin auf die Bühne. Das kennt man auch aus alten A-Cappella-Zeiten, dass hübsche Frauen angesungen werden. Aber Jasmin, von den Pentatonix erwählt, ist fast mehr damit beschäftigt, ihr Erlebnis mit zu filmen und Selfies zu schießen als ihre Helden direkt anzuschmachten. Gedächtnis braucht’s nicht. Auf Facebook geht die Show ja weiter.

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