Marylin Manson in der Tonhalle: Bemüht flegelhaft

Man kann ja nicht sein ganzes Leben lang auf der Bühne splitternackt Bibeln zerreißen, aber ein bisschen wohliges Ekel-Gruseln hätte man sich dann doch gewünscht vom so genannten Shock-Rocker Marylin Manson.
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Man kann ja nicht sein ganzes Leben lang auf der Bühne splitternackt Bibeln zerreißen, aber ein bisschen wohliges Ekel-Gruseln hätte man sich dann doch gewünscht vom so genannten Shock-Rocker Marylin Manson.

Alles etwas kleiner geworden: Die Olympiahalle wurde zur Tonhalle, Mansons ehemals aufwendige Show ist einem relativ straighten Rock-Konzert gewichen. Gewechselt wurden nur noch die Kopfbedeckungen – vom Armee-Helm bis zum Pilger-Hut. Routiniert und in bestechender Soundqualität spulte die Band die Setlist herunter, und die bestand zum großen Teil aus älteren Lieder. Beim augenzwinkernden Geknüppel von „Beautiful People“ oder dem schleppenden Industrial-Stück „Dope Show“ erinnert man sich auch wieder daran, wie Manson zusammen mit seinem Ex-Kumpel Trent Reznor in den 90ern die amerikanische Rock-Szene aufmischte.

Einen Tick zu routiniert waren die Ansagen („There are many ways to fuck, and I’m figured them all out“, „Munich, I’m gonna fuck you“). Es wird Zeit, dass sie sich was neues einfallen lassen, Herr Manson. „Fuck“ gehört mittlerweile zum Grundwortschatz aller 7-Jährigen. Es müssen ja nicht unbedingt zerrissene Bibeln sein.

Johanna Jauernig

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