Was macht das Erfolgsduo Ryan Coogler und Michael B. Jordan so stark?

Ryan Coogler und Michael B. Jordan wollen mit "Blood & Sinners" die diesjährigen Oscars aufmischen. Dass es das Zeug dazu hat, bewies das Duo schon vor sieben Jahren.
von  (stk/spot)
Michael B. Jordan und Ryan Coogler haben schon fünf gemeinsame Filme gedreht.
Michael B. Jordan und Ryan Coogler haben schon fünf gemeinsame Filme gedreht. © imago/AFF-USA / Lee Watt/AFF-USA.COM

Geschichte haben Ryan Coogler (39), Michael B. Jordan (39) und alle weiteren an der Horror-Sensation "Blood & Sinners" beteiligten Personen längst geschrieben. 16 Nominierungen bei einer Oscarverleihung, das gab es in der fast 100 Jahre währenden Geschichte der Academy Awards noch nie. Die Wucht, mit der die raffinierte Mischung aus Vampirstreifen und historischer Gesellschaftskritik Leinwand, Fanherz und Oscar-Academy eroberte, ist wahrlich bemerkenswert. Dass Coogler und Jordan ein Dreamteam der Traumfabrik bilden, ist derweil schon seit über zehn Jahren verbrieft.

Wie Martin Scorsese und Robert De Niro

Eine perfekte Symbiose aus Schauspieler und Regisseur vermag die Kinolandschaft und die dazugehörigen Award Seasons über Dekaden zu prägen. Ob Martin Scorsese und Robert De Niro (und später Leonardo DiCaprio), Tim Burton und Johnny Depp, oder Giorgos Lanthimos und Emma Stone, die mit "Bugonia" auch 2026 wieder ein Oscar-Wörtchen mitreden.

Auch Coogler und Jordan haben sich als weiteres solches Dreamteam längst einen Namen gemacht. Der Regisseur drehte in seiner Karriere bislang fünf Spielfilme - in jedem davon setzte er auf seinen Lieblingsdarsteller. Die meisten Filmfans dürften als Erstes die erstaunlich gelungene "Rocky"-Fortsetzung namens "Creed" gesehen haben. Tatsächlich machten sie aber auch schon zwei Jahre zuvor für Cooglers Filmdebüt "Fruitvale Station" gemeinsame Sache.

Einzig in "Black Panther: Wakanda Forever", der Fortsetzung zum MCU-Hit "Black Panther", stellte Jordans Figur Erik "Killmonger" Stevens nur eine Randnotiz dar - auch kein Wunder, schließlich starb sie im Film zuvor.

Mit "Black Panther" hatten Coogler, Jordan und der viel zu früh verstorbene Titelheld Chadwick Boseman bereits 2019 Oscar-Geschichte geschrieben. Als erster Superheldenfilm überhaupt wurde der Marvel-Streifen in der Königskategorie "Bester Film" nominiert. Dort ging er zwar wenig überraschend leer aus, drei seiner insgesamt sieben Nominierungen wurden aber mit Academy Awards vergoldet.

Mehr als nur die filmische Summe seiner Teile

Was das Duo in seinen bisherigen Zusammenarbeiten bewiesen hat: Ob vermeintlich plumper Boxerfilm, oder vermeintlich effektheischender Superhelden-Bombast: Jeder Stoff hat das Zeug für clevere Sozial- und Gesellschaftskritik, vielschichtige Figuren und somit für Botschaften, die auch noch lange nach dem Kinobesuch nachhallen.

Die beste Idee hilft natürlich nichts, wenn sie die Schauspieler nicht umzusetzen wissen. Zwischen Coogler und Jordan scheint von Beginn an ein blindes Verständnis geherrscht zu haben, dass sich mit jeder folgenden Zusammenarbeit noch weiter einschliff.

Ihr bisheriges Meisterstück ist ihnen mit "Blood & Sinners" gelungen. Der Kniff, darin eine Vampirstory während der sogenannten Jim-Crow-Ära, die in den USA einige Jahre nach der Abschaffung der Sklaverei eingeführt wurde, zu erzählen, entpuppte sich als genial. Beide Seiten des raffinierten Genre-Mixes hoben sich gegenseitig auf ein neues Level und verliehen der Handlung eine interessante Symbolik, die einzeln nicht möglich gewesen wäre. Im Grunde genauso, wie es bei Coogler und Jordan der Fall ist.

Dass der Regisseur darin seine Schauspieler-Allzweckwaffe per Tricktechnik als eineiiges Zwillingspaar sogar doppelt auf die Leinwand zaubert, setzt der allgegenwärtigen Dualität in "Blood & Sinners" die filmische Krone auf.

Und so darf man ganz unabhängig vom letztendlichen Erfolg bei den Academy Awards in der Nacht auf den 16. März gespannt sein, wofür Ryan Coogler und Michael B. Jordan den Oscar-Buzz nutzen werden. Die gemeinsame Reise der beiden, das scheint klar, ist damit nicht zu Ende - sondern womöglich erst ganz am Anfang.

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