Veranstalter von Münchner Freiluftkino: "Kann mich nicht erinnern, dass wir das so schon einmal hatten"
Aufgeregtes Geplapper, das Rascheln von Popcorntüten – und dann das plötzliche Verstummen, sobald der laute Ton aus den Boxen den Beginn verkündet. Die Münchner verbringen ihren Feierabend gerne tief versunken in den gepolsterten Sesseln und sehen gebannt auf die Leinwand – ganz gleich ob im Arena Kino im Glockenbach, dem City-Atelier beim Stachus oder dem Monopol Kino in Schwabing. Die Münchner lieben ihre Kinos – und sie lieben den Sommer.
Laue Abende an der Isar, in Bars oder Parks – herrlich! Würde man sich bei den aktuellen Temperaturen entscheiden müssen, seine Zeit im Kino zu verbringen oder mit einem kühlen Getränk im Park – die meisten würden sich wohl für die Stunden draußen entscheiden. Gut, dass man sich nicht immer entscheiden muss. Freilichtkinos können nämlich beides: spannende Filme und Abende unter freiem Himmel.
Die Münchner Freiluftkinos starten in den Sommer 2026 – das sind die Highlights!
Im Kino, Mond & Sterne im Westpark (Westendstraße 300) können die Münchner seit 1995 Filme unter freiem Himmel schauen – es ist das älteste Open-Air-Kino der Stadt. Am Donnerstag, den 4. Juni startet es in die neue Saison. Bis zum 12. September werden an insgesamt 100 Abenden Filme gezeigt.
Gestartet wird ganz traditionell mit einem bayerischen Film, und zwar "Ein Münchner im Himmel" von David Dietl und mit Maximilian Brückner in der Hauptrolle (wie immer: Einlass 20 Uhr, Start 21.30 Uhr).
Die Ticketpreise seien die gleichen, wie im letzten Jahr sagt Peter Mopils, der Veranstalter und Gründer von "Kino, Mond & Sterne". 9,50 Euro kostet ein Ticket an der Abendkasse. "Uns ist wichtig, dass unser Kino bezahlbar bleibt, dass man nicht überlegen muss, ob man sich das jetzt die Woche leisten kann oder nicht."
50-tägiger Trip durch Alaska und eine Kletterin, die sich nach einem Sturz zurück an den Fels kämpft
Gut 1000 Besucher passen in das Kino auf der Seebühne. Die finden entweder auf den Steinstufen rundherum Platz, am Fuße auf Liegestühlen oder eingekuschelt auf mitgebrachten Isomatten und Schlafsäcken. Essen darf man sich mitbringen, Getränke gibt es vor Ort. Die Preise müssen allerdings erst noch kalkuliert werden, teilt man mit.
In der griabigen Picknick-Atmosphäre können sich die Münchner zwischen Actionfilmen, Komödien und Dokumentationen entscheiden. Heuer wieder mit dabei: die European Outdoor Filmtour (8. Juni). Gezeigt werden Kurzfilme von Extremsportlern. Darunter ein 50-tägiger Trip durch Alaska und eine Kletterin, die sich nach einem Sturz zurück an den Fels kämpft. Auch die Ocean Film Tour (15. Juni) läuft in dem Freilichtkino und, seit vergangenem Jahr, die Bike Filmtour (Termin steht noch aus). Tickets gibt es jeweils für 13 Euro.
Peter Mopils liegt ein Punkt im Programm besonders am Herzen: "Am 10. Juni haben wir einen Benefiztermin mit Bully Herbig. Der besucht uns zu seiner Filmvorführung von 'Das Kanu des Manitu’. Die Eintrittsgelder spenden wir an 'Artists for Kids'. Das Projekt für kreative Jugendhilfe im Münchner Westend unterstützt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in unserer Stadt", erzählt er. "Das ist eine gute Sache und wenn da ein bisschen Geld zusammenkommt, würden wir uns wahnsinnig freuen."
Veranstalter vom Kino am Olympiasee: "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir das so schon einmal hatten"
Neben dem Kino, Mond & Sterne können die Münchner ihre Abende in einem weiteren Freilichtkino verbringen: dem Kino am Olympiasee (Coubertinplatz 1). Das hat seit 20. Mai geöffnet – rechtzeitig zum Sommereinbruch. Mit Erfolg, sagt Veranstalter Patrick Diesing: "Wir hatten wegen der hochsommerlichen Temperaturen einen sehr guten Start. Es ist ungewöhnlich heiß aktuell – ich kann mich nicht erinnern, dass wir das so schon einmal hatten."
Nicht nur das Wetter sorgt für Veränderungen. Das Team konzentriert sich heuer auf Extras. Bei den "Plus Events" gibt es zum regulären Filmticket noch etwas on top. Das kann eine Tanzparty sein, um an die eben gesehenen Moves aus dem Film "Mamma Mia" mit Meryl Streep anzuknüpfen (13. Juni, 21.15 Uhr) oder ein Freigetränk, um anzustoßen. An diesem Samstagabend gibt es ein Freibier zum Public Viewing des Finales der Champions League (ab 18 Uhr, Tickets ab 9,90 Euro). Auch am UNESCO-Welterbetag hat das Team etwas geplant, sagt Patrick Diesing. "Da besucht uns Fritz Auer, der Architekt des Olympiaparks und erzählt ein bisschen. Über ihn wurde der Film 'Lebensfreundschaft' gemacht. Er ist 92 Jahre alt, aber super fit. Das wird ein richtig besonderer Tag." (7. Juni, 16 Uhr)

Das Kino kann außerdem mit noch zwei weiteren prominenten Gästen punkten: Simon Verhoeven, dem Regisseur von „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (4. Juni um 21 Uhr), sowie dem Regisseur David Dietl, der bei der Vorführung seines Films "Ein Münchner im Himmel" (8. Juni um 21.15 Uhr) da sein wird.
Bis zu 2000 Gäste finden in dem Freilichtkino Platz. Am liebsten auf den Love-Seats, erzählt Diesing. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben, sagt er. Zwischen 8,50 und 22,90 Euro kostet ein Ticket je nach Sitzwahl und Veranstaltung. Essen und Trinken (0,5 Liter) dürfen mitgebracht werden, sofern sie bruchsicher verpackt sind. Vor Ort kostet die Halbe Bier 5,70 Euro.
Veranstalter von Kino, Mond & Sterne: "Ich sehe das eher als eine Bereicherung"
Sowohl im Kino, Mond & Sterne als auch im Kino am Olympiasee versucht man, die Gäste wieder von sich zu überzeugen – mit Altbewährtem oder mit neuem Schwung. Spielt da auch der Konkurrenzgedanke eine Rolle? Peter Mopils von Kino, Mond & Sterne sagt: "Ich denke, dass da jeder seinen eigenen Weg geht. Ich sehe das eher als eine Bereicherung. Wir könnten ja gar nicht alle Münchnerinnen und Münchner bei uns aufnehmen, die ins Kino gehen wollen."
Ähnlich sieht das sein Kollege Diesing vom Kino am Olympiasee: "München ist so eine große Stadt. Einen Konkurrenzgedanken sollte es da nicht geben. Jedes Projekt hat seine Besonderheit und seine Fangruppe und ich glaube, Kino, Mond & Sterne macht das auch ganz toll im Westpark. Es ist schön, dass es beide Projekte gibt."

