Trauer in München: "Zur Sache, Schätzchen“-Star Werner Enke ist tot

Der Münchner Schauspieler Werner Enke, Star aus dem Film "Zur Sache Schätzchen", stirbt im Alter von 85 Jahren in Schwabing.
von  AZ
Die Hauptdarsteller Uschi Glas (rechts) und Werner Enke mit Regisseurin May Spils 1967 bei Dreharbeiten zu einer Bettszene für den Erfolgsfilm „Zur Sache Schätzchen“.
Die Hauptdarsteller Uschi Glas (rechts) und Werner Enke mit Regisseurin May Spils 1967 bei Dreharbeiten zu einer Bettszene für den Erfolgsfilm „Zur Sache Schätzchen“. © picture-alliance/ dpa

Erfolg lässt sich oft nicht planen. Aber wenn er sich dann eingestellt hat, kann man ihn analysieren: "Zur Sache Schätzchen“ der erst 26-jährigen Regisseurin May Spils, produziert von Peter Schamoni, traf 1968 einfach den Zeitgeist: studentisches Taugenichtsleben, Schwabinger Künstler-Leichtigkeit, die Leopoldstraße, ein bisschen Sex.

Uschi Glas spielte die junge Barbara, die nicht nur Co-Star Werner Enke den Kopf verdreht, sondern sich meist lasziv-sexy und gleichzeitig verführerisch-süß zeigt - und auch kein Problem hat, vor einem Polizisten zu strippen. Für damalige Zeiten ein absoluter Tabubruch. 6,5 Millionen Menschen sahen den Film, der zwei Jahr in den Münchner Kinos lief.  Und Glas und Enke zu Stars machte. Der 1941 in Berlin geborene und in Göttingen aufgewachsene Enke war nicht nur Schauspieler, sondern schrieb auch selbst Theaterstücke, führte Regie und malte.

Uschi Glas und Enke hatten damals nicht mit dem Erfolg von "Zur Sache, Schätzchen“ gerechnet. Eine "Walze des Vergnügens“ sei bei der Premiere in München "durch den Kinosaal gerollt“, sagte die Schauspielerin einmal. Enke sei sogar leicht verärgert gewesen, weil man durch das viele Gelächter seine Pointen nicht mehr verstehen konnte.  

Der Film, der zwei Jahre im Kino lief

Die im Film gebrauchten Begriffe "fummeln“ und "Dumpfbacke“ gingen in die Umgangssprache ein, und sogar in den USA gelang ein Kino-Start unter dem Titel "Go for it, Baby“.

Regisseurin May Spils (links), die Schauspieler Werner Enke und Uschi Glas 2013 vor der Filmpremiere ihres Films „Zur Sache Schätzchen“ auf dem Königsplatz, wo er Open Air auf großer Leinwand gezeigt wurde.
Regisseurin May Spils (links), die Schauspieler Werner Enke und Uschi Glas 2013 vor der Filmpremiere ihres Films „Zur Sache Schätzchen“ auf dem Königsplatz, wo er Open Air auf großer Leinwand gezeigt wurde. © Ursula Düren/dpa

Zuvor hatte Enke bereits Kurzauftritte in Filmen von Klaus Lemke und Volker Schlöndorff gehabt, aber die Begegnung mit May Spils veränderten wirklich sein Leben, die beiden blieben bis zu seinem Tod zusammen.

Spils und Enke wollten keine Fortsetzung 

Mit May Spils drehte er noch vier weitere Filme, die aber nicht mehr an den riesigen Erfolg von "Zur Sache Schätzchen“ anknüpfen konnten: "Mit mir nicht, du Knallkopf“ war 1983 sein letzter Film mit Spils, die beiden zogen sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er zeichnete lieber Cartoons, die er 2003 unter dem Titel "Es wird böse enden“ veröffentlichte.

Uschi Glas hatte immer wieder auf eine Fortsetzung von "Zur Sache Schätzchen“ gehofft. „Ich wäre sofort bereit“, sagt sie zur Reloaded-Idee. "Ich würde aber kaum meinen Partner von damals dazu kriegen, den Werner Enke mit seinen ewigen Kann-ich-das-denn?-Ängsten. Und dabei ist er damals wie heute ein so herrlich komischer, hinreißender Kauz“, sagte sie 2013, als der Klassiker auf dem Königsplatz gezeigt wurde und eine restaurierte Fassung als DVD erschien.

"Die Uschi wollte das schon vor Jahren, fragte uns oft“,  erzählte May Spils damals der AZ. "Klar wäre es eine nette Idee, die beiden schauen ja auch noch toll aus. Aber der Enke und ich sind dagegen. Das ,Schätzchen’ ist ein Klassiker, ,Casablanca’ wird ja auch nicht neu verfilmt.“ Und Enke befand: "Der Film ist zwar jung geblieben, aber wir müssten dann ja Oma und Opa spielen.“ Und darauf hatte er keine Lust.

Am, 20. Juli ist Werner Enke im Alter von 85 Jahren in Schwabing gestorben. 

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