"Tom & Jerry" im Kino: Fängt er die Maus nach 80 Jahren?

Die Cartoon-Stars "Tom & Jerry" verlegen ihre Dauerfehde in einem Mix aus Trick- und Realfilm in ein New Yorker Luxushotel.
| Florian Koch
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Trickreich jagen sie durch das echte Manhattan: Tom und Jerry.
Trickreich jagen sie durch das echte Manhattan: Tom und Jerry. © Courtesy of Warner Bros. Pictures

Peng! Der Klavierdeckel auf die Finger! Klirr! Der Hammer zwischen die Zähne! Bumm, zwei Böller in die Ohren! Seit 80 Jahren jagt der hochmotivierte, aber immer etwas dümmliche Kater Tom der gerissenen Maus Jerry hinterher - und muss dafür jede Menge Prügel einstecken.

Originalgetreuer Zeichentrickstil bleibt erhalten

Ihre 161 Trickfilm-Schlachten hatten es gerade in der Anfangsphase in sich, wirken auch heute noch in ihrem anarchischen Harakiri-Slapstick ungewöhnlich brutal.

Wenig verwunderlich, dass eine massentaugliche Neuverfilmung zahmer ausfallen würde. Immerhin aber verbat sich Regisseur Tim Story, die DNA der Cartoons zu verändern. Neben den gewohnt rabiaten Zweikämpfen der stummen besten Feinde wurde daher auch auf einen originalgetreuen Zeichentrickstil geachtet.

Menschliche Probleme drängen tierische Sorgen an den Rand

Für die Erzählung einer tragenden Geschichte ließ sich Story dann von "Falsches Spiel mit Roger Rabbit", sprich einem Mix aus Trick- und Realfilm, inspirieren. Was aber wiederum zur Folge hat, dass die menschlichen Probleme die tierischen öfter an den Rand drängen.

Viel Zeit lässt sich Story bereits für die Einführung seiner Hauptfigur Kayla (Chloë Grace Moretz). Eine junge Frau vom Land, die ganz den Klischees des "American Dream" entspricht und sich zu Großem berufen fühlt. Da ihr Lebenslauf aber wenig hergibt, muss Kayla mehr als nur ihren natürlichen Charme ausspielen und etwas tricksen, um gegen den Willen des Event-Koordinators Terence (Michael Peña) eine Anstellung im Royal Gate Hotel zu finden.

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Vollmundig verspricht Kayla den reibungslosen Ablauf einer Star-Hochzeit in der Luxus-Residenz zu gewährleisten und sich auch um eine Maus, die nicht nur in der Küche ihr Unwesen treiben soll, zu kümmern. Und so verbünden sich bald Mensch und Tier, die heimatlosen Kayla und Tom, um Jerry unsanft die Tür nach draußen zu zeigen.

Wo ist die befreiende Ungezwungenheit der Cartoon-Schlachten?

Dank exzellenter Tricktechnik und charmanter Details (Jerry zweckentfremdet den Verlobungsring als Mäuseloch-Kronleuchter) gelingt "Tom & Jerry" in der ersten Hälfte der Sprung zwischen nostalgischem Slapstick und harmloser Familien-Unterhaltung.

Gegen Ende aber, wenn die Moralkeule zuschlägt und sich auch Tom und Jerry befrieden sollen, wünscht man sich doch die befreiende Ungezwungenheit der alten Cartoon-Schlachten zurück.


Kinos: CinemaxX, Royal, Mathäser, Museum Lichtspiele (OV), R: Tim Story (USA, 101 Min.)

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