"The Piano Tuner" mit Dustin Hoffman: Ein gut gestimmter Heist-Film
Hollywood-Größe Dustin Hoffman (88) mag stramm auf die 90 zugehen. Doch von seinem eindringlichen wie überzeugenden Schauspiel hat der zweifache Oscarpreisträger in all den Jahren nichts eingebüßt. Das beweist Hoffman im neuen Film "The Piano Tuner" (Kinostart: 2. Juli), in dem er eine alte Leidenschaft ausleben und seinen vorangegangenen Kino-Auftritt im Superflop "Megalopolis" vergessen machen darf.
Klavier oder klauen? Darum geht es
Niki White (Leo Woodall, 29) verfügt über absolutes Gehör und gilt als außergewöhnlich talentierter Klavierstimmer. Seine einst aussichtsreiche Laufbahn als Musiker endete jedoch jäh. Seither zieht er zusammen mit Harry (Hoffman), seinem Mentor, von einem Kunden zum nächsten. Ihre Aufträge führen die beiden durch traditionsreiche Konzerthäuser und die betuchten Gegenden New Yorks, wo sie auf allerlei eigenwillige Auftraggeber treffen. Zu diesen zählt auch Ruthie (Havana Rose Liu, 28), eine ehrgeizige Kompositionsstudentin, die Niki sowohl musikalisch als auch moralisch herausfordert.
Als der Sicherheitsexperte Uri (Lior Raz, 54) begreift, dass Nikis feines Gehör sich nicht allein zum Stimmen von Instrumenten, sondern ebenso zum Öffnen von Tresoren nutzen lässt, unterbreitet er ihm ein reizvolles Angebot. Die Aussicht auf rasch verdientes Geld lockt Niki - er will damit Harry und dessen Ehefrau aus ihren Geldsorgen helfen. Doch mit jedem Schritt tiefer in Uris riskante kriminelle Welt gerät auch das, was ihn mit Ruthie verbindet, zunehmend in Gefahr.
Story mit cleverem Tempowechsel
Musik kann weit mehr als nur die zweite Geige in den unterschiedlichsten Filmgenres spielen. "Whiplash" machte sie zur treibenden Kraft für kaum auszuhaltenden Psychoterror, "Baby Driver" zur Gangschaltung für rasante Gangster-Action. Auch in "The Piano Tuner" kann sie neben Woodall, Hoffman und Liu als weitere Hauptfigur verstanden werden, die den Takt des Films vorgibt.
Wer beim bloßen Titel "The Piano Tuner" und einem altersmilde wirkenden Hoffman also eine gemächliche Charakterstudie erwartet, wird sich wundern. Woodalls Figur findet sich früh in einer nervenaufreibenden Kakophonie wieder, durch die der Verlust von allem, was ihm lieb und wichtig ist, droht.
Für Hoffman ist der Part als meisterhafter Klavierstimmer ein besonderer. Bevor er den Ruf der Traumfabrik vernahm, hegte der Altstar den Wunsch, Musiker zu werden und studierte sogar am Los Angeles Conservatory of Music. Seinen sicheren Umgang mit der Materie muss er nicht spielen.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Agentur spot on news. Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
- Themen:
