Spike Lee verteidigt "Michael"-Biopic gegen Kritik

Das Biopic "Michael" über den King of Pop spaltet die Gemüter. Kritiker bemängeln, dass der Film Vorwürfe gegen Jackson ausblendet. Der Regisseur Spike Lee widerspricht und nimmt den Film in Schutz.
(ncz/spot) |
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Spike Lee hat das Biopic "Michael" in Schutz genommen.
Spike Lee hat das Biopic "Michael" in Schutz genommen. © imago/ZUMA Press

Nach dem Kinostart des Biopics "Michael" werfen zahlreiche Kritiker dem Werk vor, dass es die Vorwürfe gegen Popstar Michael Jackson (1958-2009) ausblendet. Der Filmemacher Spike Lee (69) stellt sich nun hinter den Film von Antoine Fuqua (60) und weist die Kritik zurück.

Spike Lee hat "Michael" schon zwei Mal gesehen

Der Film "Michael", in dem Jacksons Neffe Jaafar Jackson (29) die Hauptrolle spielt, endet erzählerisch im Jahr 1988. Genau dieser Umstand sei entscheidend, betonte Lee in einem Interview mit CNN: Viele Kritiker würden dem Film Inhalte vorwerfen, die zeitlich gar nicht im dargestellten Handlungsrahmen liegen.

"Wenn du Filmkritiker bist und dich über diese Vorwürfe beschwerst, aber der Film endet 1988, dann kritisierst du ihn für etwas, das nicht in die Timeline passt", sagte Lee. Die ersten öffentlich bekannten Missbrauchsvorwürfe gegen Jackson wurden jedoch erst 1993 erhoben und sind damit bewusst nicht Teil der filmischen Erzählung.

Lee, der selbst bereits mehrfach in das musikalische Werk Jacksons involviert war - unter anderem durch Musikvideos wie zu "They Don't Care About Us" sowie die Dokumentation "Michael Jackson's Journey from Motown to Off the Wall" aus dem Jahr 2016 - äußerte sich im Gespräch insgesamt positiv über das Biopic. Auf die Frage nach seiner Einschätzung antwortete er knapp: "Ich liebe ihn." Zudem erklärte er, er habe den Film bereits zwei Mal gesehen.

Kritik an der Debatte

Er kritisierte in dem Interview insbesondere die Art der öffentlichen Diskussion rund um den Film. Aus seiner Sicht würden viele der Vorwürfe an der erzählerischen Struktur vorbeigehen. Die Kritik richte sich häufig auf Ereignisse, die außerhalb des dargestellten Zeitraums liegen.

Gleichzeitig verwies er auf die weltweite Resonanz des Films. "Aber die Menschen, die gekommen sind, sind weltweit gekommen", sagte Lee. "Die Menschen haben ihre Liebe gezeigt."

Kontroverse und kommerzieller Erfolg

Die Diskussion um "Michael" reißt seit dem Kinostart nicht ab. Während Kritiker dem Werk vorwerfen, problematische Aspekte zu beschönigen oder auszulassen, verweisen Verteidiger auf die klare zeitliche Begrenzung der Handlung, die im Jahr 1988 endet.

Berichten zufolge musste das Biopic während der Dreharbeiten im Jahr 2025 umfassend überarbeitet werden, nachdem rechtliche Prüfungen ergeben hatten, dass bestimmte Inhalte aus früheren Vergleichsvereinbarungen nicht dargestellt werden dürfen. Dadurch seien Teile der ursprünglich geplanten Handlung - darunter auch Szenen im Zusammenhang mit späteren Ermittlungen gegen Jackson - gestrichen worden.

Trotz der Kontroversen entwickelt sich "Michael" an den Kinokassen erfolgreich und zählt zu den bislang umsatzstärksten Filmen des Jahres. Der Film endet zudem mit einer Formulierung, die die Tür zu einem möglichen zweiten Teil offenlässt: "His story continues."

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