Spielzeug und Spider-Man auf Irrfahrt: Die Kinotipps im Juli

Wenn so das Sommerloch im Kino aussieht, dann gerne her damit! Im Juli warten gleich mehrere spannende Filme mit riesigem Blockbuster-Potenzial aufs Publikum. Christopher Nolan (55) schickt Matt Damon (55) und zahlreiche weitere Stars auf "Die Odyssee". Das Spielzeug aus "Toy Story" bekommt es mit dem vielleicht größten Widersacher in der Kindergunst zu tun - der modernen Technik. Und Tom Holland (30) versucht in "Spider-Man: Brand New Day" als freundliche und inzwischen auch wieder geheime Spinne aus der Nachbarschaft, die Straßen frei von Verbrechen jeder Art zu halten.
"Die Odyssee", 16. Juli
Nach dem verlust- aber siegreichen Trojanischen Krieg begibt sich König Odysseus (Matt Damon) auf den Heimweg nach Ithaka. Doch der Zorn der Götter verwandelt die Reise in eine jahrzehntelange Irrfahrt, auf der Odysseus und seiner Crew allerhand mythologische Figuren, wie etwa gefräßige Zyklopen und kaum zu widerstehende Sirenen, begegnen. Doch auch in der Heimat steht Unheil ins Haus: Eine Horde von Freiern, darunter der skrupellose Antinoos (Robert Pattinson) belagern Odysseus' "Witwe" Penelope. Sie wollen per Heirat die Macht über Ithaka erlangen.
Einschätzung:
Der Stoff von Homers "Die Odyssee" mag Jahrtausende alt sein. Für Regisseur Christopher Nolan stellt die Vorlage für seinen nunmehr zwölften Spielfilm dennoch Neuland dar. Dem Fantasy-Genre widmete er sich bislang noch nie filmisch, selbst seine Batman-Trilogie wusste er in ein realistischeres Setting zu verfrachten. Dass er Genre-fluid ist, bewies der leidenschaftliche Filmemacher schon mehrfach, wenn auch nicht immer mit derselben Qualität. An seiner ambitionierten Idee für den Sci-Fi-Thriller "Tenet" überhob er sich, mit seinem Biopic "Oppenheimer" über den gleichnamigen "Vater der Atombombe" krönte er sich derweil zurecht zum doppelten Oscarpreisträger. In welche Kategorie "Die Odyssee" fällt, wird sich ab dem 16. Juli zeigen. Herausragende Bilder wird das extrem aufwendig produzierte Epos aber definitiv auf die Leinwand zaubern.
"Toy Story 5", 23. Juli
Haben Woody, Buzz und Co. nun endgültig ausgedient? Die Spielzeuge müssen sich in der Gunst um ihre Besitzerin Bonnie moderner Konkurrenz stellen: Das achtjährige Mädchen hat ihr erstes Tablet namens Lilypad geschenkt bekommen und wird zum Schrecken ihrer bisherigen Spielkameraden komplett von dem Gerät eingenommen. Wie nur sollen die analogen Helden mit der digitalen Welt konkurrieren?
Einschätzung:
Die "Toy Story"-Reihe ist wahrlich ein Phänomen. Jeder Nachfolger zum wegweisenden Original von 1995 wusste auf seine eigene Weise, die Geschichte über das liebenswerte Duo Woody und Buzz stimmig weiterzuerzählen. Und auch Teil fünf lässt diesen Einfallsreichtum nicht vermissen. Dass für das klassische Spielzeug nun die Technik der größte Feind in der Gunst um die Kids ist, ist eine logische Entwicklung und dürfte wieder einmal auch die Elterngeneration abholen. Wer im Sommer einen Film für die ganze Familie sucht, wird ihn ab dem 23. Juli definitiv finden.
"Spider-Man: Brand New Day", 30. Juli
Vier Jahre nach den Geschehnissen aus "No Way Home" ist Peter erwachsen geworden und führt ein einsames Dasein - die Folge seiner freiwilligen Entscheidung, sich aus dem Gedächtnis aller geliebten Menschen tilgen zu lassen. In einem New York, dem sowohl er selbst als auch sein Name längst fremd geworden sind, geht er weiterhin gegen Kriminelle vor und stellt den Schutz seiner Stadt über alles. Der wachsende Aufwand fordert jedoch seinen Tribut: Die ständige Belastung setzt eine unerwartete körperliche Wandlung in Gang, die zur Gefahr für sein eigenes Leben wird - und das ausgerechnet in dem Moment, in dem einer seiner bislang stärksten Gegner auf der Bildfläche erscheint.
Einschätzung:
"Spider-Man: No Way Home" läutete vor fünf Jahren spektakulär die Rückkehr des Blockbuster-Kinos nach der Corona-Pandemie ein. Fast zwei Milliarden US-Dollar konnte der Megaerfolg damals einfahren. Einen besseren Gradmesser, wo das Superhelden-Genre als Ganzes gerade steht, gibt es angesichts dieser Zahlen wohl gar nicht. Wird "Brand New Day" auch nur annähernd an sie heranreichen können? Oder geht inzwischen sogar der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft langsam die Kinokassen-Puste aus?