Schottischer Klassiker

Emotionen am Rande des Kitsches, aber so sehr bewegend: Das Familien-, Ehe- und Kriegsdrama "Sunset Song"
| Volker Isfort
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Agyness Deyn und Kevin Guthrie als Ehepaar hier in noch glücklichen Tagen.
FFM Agyness Deyn und Kevin Guthrie als Ehepaar hier in noch glücklichen Tagen.

Emotionen am Rande des Kitsches, aber so sehr bewegend: Das Familien-, Ehe- und Kriegsdrama "Sunset Song"

Der schottische Literaturklassiker „Sunset Song“ (1932) von Lewis Grassic Gibbon dürfte hierzulande den wenigsten bekannt sein. Er beschreibt die raue Wirklichkeit des ländlichen Lebens in der Nähe von Aberdeen. Hier wächst die junge Chris (das britische Model Agyness Deyn) in einer Mischung aus Naturschönheit und Familienhölle auf. Der Vater ist gewalttätig, die Mutter nach etlichen Geburten längst an den familiären Umständen zerbrochen. Sie bringt sich und die neugeborenen Zwillinge um. Die jüngeren Geschwister werden zu Verwandten geschickt, Chris bleibt mit ihrem älteren Bruder Will beim Vater auf dem Hof zurück, bis Will schließlich vor dem Tyrann nach Argentinien flieht.
Nach dem Tod des Vaters erlebt Chris eine kurze Phase des Glücks, als sie Ewan heiratet. Doch dann wird dieser in den Ersten Weltkrieg eingezogen und kehrt als gewalttätiger Seelenkrüppel zurück. Terence Davies bildgewaltige Umsetzung des Dramas, kippt bisweilen ins Kitschige. Aber wer des Schottischen mächtig ist (keine Untertitel!), wird in diesem Bad der Emotionen aufgeweicht.  

Freitag, 24.6., City 1, 19.30 Uhr, Sonntag, 17 Uhr

 

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